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Schweiz Kontroverse um Mobility Pricing

Der Bundesrat hat sich hinter eine schwierige Aufgabe gesetzt: Er möchte den Verkehr besser lenken. Eine mögliche Lösung heisst Mobility Pricing, was nichts anderes bedeutet als gezieltes Verkehrsmanagement über den Preis. Die Reaktionen fallen gemischt aus.

Stau auf der A1 in der Region Zürich
Legende: In der Politik besteht keine Einigkeit über das richtige Mittel gegen Stau. Keystone

Der Bundesrat schlägt Anreize vor, damit weniger gefahren wird, und weniger oft zu Spitzenzeiten. Bei Bahn, Bus und Tram könne man das etwa mit differenzierten Tarifen regeln. Auf vielbefahrenen Strecken und zu Hauptverkehrszeiten wären Billette teurer. Auf der Strasse wären eine Kilometerabgabe zu Stosszeiten oder ein Stauzuschlag denkbar. Der Bundesrat hat noch keine Entscheide gefällt, erst Denkarbeit geleistet. Trotzdem sorgt das Thema schon jetzt für Diskussionen.

Kritik von der SVP, Lob von der Linken

Nichts abgewinnen kann den Vorschlägen der Landesregierung SVP-Nationalrat und Transportunternehmer Ulrich Giezendanner: «Es darf nicht sein, dass man Leute im Arbeitsmarkt belastet, die guten Willens sind, etwas zu tun.» Giezendanner spricht von «völligem Unsinn».

Dem widerspricht SP-Nationalrätin und VCS-Präsidentin Evi Allemann. An einer Verkehrslenkung führe angesichts des zunehmenden Verkehrs kein Weg vorbei. «Wir können nicht immer mehr bauen, weder auf der Strasse noch auf der Schiene.

Deshalb sind wir gezwungen, einen grossen Schritt in Richtung Mobility Pricing zu machen», so Allemann. Mobility Pricing sei langfristig eine Chance, aber man dürfe nichts überstürzen, findet CVP-Ständerat Peter Bieri. Das System sei sicher das zukunftsträchtigste, weil es auch das gerechteste sei. MobilityPricing gebe es längst, das Halbtax-Abonnement oder die Schwerverkehrsabgabe etwa. Was zuerst skeptisch beäugt worden sei, werde mittlerweile als Errungenschaft gepriesen. Der Bundesrat müsse nun Vertrauen schaffen, auch glaubhaft aufzeigen, dass ein neues System nicht mehr koste.

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28 Kommentare

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  • Kommentar von R. Fritschi, Schaffhausen
    Seit 1970 hat in der Stadt Zürich die durchschnittliche Wohnfläche pro Person um 11 Quadratmeter zugenommen. Heute beansprucht eine Einwohnerin oder Einwohner im Mittel rund 41 Quadratmeter Nettowohnfläche. Somit hat der Wohnflächenverbrauch seit 1970 um rund 40 Prozent zugenommen. Quelle: 28. März 2013 - Michael Böniger, Homepage der Stadt Zürich Hat zwar nicht direkt mit dem Verkehrsthema zu tun, aber ein weiteres Indiz dafür, dass wir Schweizer nicht ganz unschuldig sind an der Situation...
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  • Kommentar von R. Fritschi, Schaffhausen
    Insgesamt 20 500 Kilometer pro Person legte die schweizerische Bevölkerung im Jahr 2010 zurück – zwei Drittel davon im Inland (13 600 km) und ein Drittel im Ausland (6900 km). Den grössten Anteil machte mit 54% der Freizeitverkehr aus (11 000 km). Erst weit dahinter folgten die Arbeitswege mit 17% (3400 km) und die Einkaufswege mit 10% (2100 km). Quelle: PANORAMA © Bundesamt für Statistik, Februar 2015 Haben wir zuviel Freizeit?
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  • Kommentar von R. Fritschi, Schaffhausen
    2013 waren in der Schweiz rund 5,9 Mio. motorisierte Strassenfahrzeuge immatrikuliert, davon 4,3 Mio. Personenwagen. Im Durchschnitt verfügt somit rund jeder zweite Einwohner bzw. jede zweite Einwohnerin der Schweiz über ein Auto. Seit dem Jahr 1980 hat die Anzahl Personenwagen um 92% zugenommen, jene der Motorräder hat sich verfünffacht. Quelle: PANORAMA © Bundesamt für Statistik, Februar 2015 Alles der Zuwanderung unter zu schieben ist zu billig. Da muss sich Jeder selber hinterfragen.
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