Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Kostenstreit um Physiotherapie – Ersetzen VR-Brillen Therapeuten? abspielen. Laufzeit 04:53 Minuten.
Aus Puls vom 10.12.2018.
Inhalt

Kostenstreit um Physiotherapie Billigere Kniebeugen mit Avatar statt Therapeut

Physiotherapie gegen Knie- oder Rückenschmerzen und andere Beschwerden wird häufig verschrieben. Ohne Eigenmotivation geht es aber nicht: Man muss fleissig trainieren – auch zu Hause. Der Krankenversicherer CSS will mit einer digitalen Innovation Hilfe bieten. Das neue Gadget löst jedoch nicht nur positives Echo aus.

Gemeinsam mit der ETH Zürich und der Universität St. Gallen hat die CSS eine sogenannte Mixed-Reality-Brille, Link öffnet in einem neuen Fenster entwickelt. Zieht der Patient die Brille über, sieht er in seiner Umgebung einen virtuellen Therapeuten, der die Physio-Übungen vormacht. Ausserdem erscheint ein Avatar, der ihn dabei unterstützen und motivieren soll.

Die Patienten machen die Übungen nicht oder falsch
Autor: Matthias HeubergerLeiter CSS Health Lab

Für Matthias Heuberger, Leiter des CSS Health Lab, war das Feedback der Physiotherapeuten die Motivation, das Projekt umzusetzen: «Wir haben immer von zwei Problemen gehört: Dass die Patienten die Übungen nicht machen – oder dann falsch.»

Kostspielige Physiotherapien

Was die CSS nicht sagt: Die Physiotherapie-Kosten in der Grundversicherung haben sich in den letzten Jahren fast verdoppelt. Seit 2010 sind sie von 891 Millionen auf 1400 Millionen Franken gestiegen.

Die Vermutung liegt nahe: Der digitale Physio-Coach könnte ein Mittel zur Kostensenkung und Verkürzung der Therapien sein.

Legende: Video «Die Kosten zu senken ist nicht unser Ziel – es geht darum dem Patienten ein Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen», erklärt Matthias Heuberger. abspielen. Laufzeit 00:47 Minuten.
Aus Puls vom 10.12.2018.

Bei der Krankenkasse will man von einer Kostensenkungs-Strategie jedoch nichts wissen. Der Patient stehe im Zentrum, es gehe darum, ihm ein digitales Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, sagt Matthias Heuberger.

Die Physio-Branche ist alarmiert

Doch was bedeutet dieses digitale Hilfsmittel für die Physiotherapeuten? Werden sie bald durch Brille und Avatar ersetzt?

Pia Fankhauser, selbst Physiotherapeutin und Präsidentin von physioswiss, bezweifelt, dass der Avatar die Übungen richtig anleiten und korrigieren kann: «Schon bei einer Kniebeuge kann man einknicken. Da braucht es den Menschen, der genaue Rückmeldungen gibt», sagt sie. «Bis eine Maschine das kann, warten wir noch ein paar Jahre.»

Legende: Video Pia Frankhauser ist nicht überzeugt, dass die Brille einen Physiotherapeuten ersetzen kann. abspielen. Laufzeit 01:00 Minuten.
Aus Puls vom 10.12.2018.

Ob der virtuelle Coach den Realitätstest besteht, und ob damit Kosten gespart oder zusätzlich verursacht werden, wird sich tatsächlich erst in einigen Jahren zeigen. Denn noch handelt es sich bei der Brille nur um einen Prototypen, der frühestens 2020 Marktreife haben wird.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

17 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.