Krankenkassen: Hohe Franchise nur mit längerer Vertragsdauer

Wer eine hohe Franchise oder ein Hausarztmodell hat und dafür weniger Prämien für seine Krankrenkasse bezahlt, der soll für mindestens drei Jahren dabei bleiben müssen. Das will eine Nationalratskommission.

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Bildlegende: Tiefer Krankenkassenprämien bei höheren Franchisen soll es nur noch mit Auflagen geben. Keystone

Wer sich für eine hohe Krankenkassen-Franchise, ein Hausarzt- oder ein HMO-Modell entscheidet, soll mindestens drei Jahre dabei bleiben müssen. Nur im Grundmodell mit einer ordentlichen Franchise von 300 Franken soll ein jährlicher Wechsel möglich sein.

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Franchisen überprüfen

Das Franchisen-System ist derzeit auf dem Prüfstand: Der Bundesrat hatte letztes Jahr vorgeschlagen, den Prämienrabatt für hohe Franchisen zu senken. Nach Kritik der Krankenkassen legte er das Vorhaben jedoch auf Eis. Zudem ist im Ständerat eine Motion hängig, die nicht bei den hohen, sondern bei den tiefen Franchisen ansetzen will.

Administration vereinfachen

Die Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK) hat mit 17 zu 7 Stimmen eine parlamentarische Initiative angenommen, die das verlangt. Das teilten die Parlamentsdienste mit. Nach Ansicht der Mehrheit wird eine längere Vertragsdauer die Administration vereinfachen und die Kosten senken.

Rückkehr zur tiefsten Franchise erschweren

Zudem werde die Solidarität in der Krankenversicherung gestärkt. Zum Beispiel wäre es nicht mehr möglich, kurzfristig zur ordentlichen Franchise von 300 Franken im Jahr zurückzukehren, wenn sich höhere Krankheitskosten abzeichnen. Noch offen gelassen hat die Kommission, ob die Verlängerung der Vertragsdauer eine Pflicht oder eine Möglichkeit sein soll.

Die parlamentarische Initiative geht nun an die Ständeratskommission.