Zum Inhalt springen

Schweiz Krippen-Gutscheine statt Subventionen?

Die Stadt Luzern geht seit 2009 neue Wege und verteilt Kinderkrippen-Gutscheine an Eltern. Diese dürfen die Gutscheine in der Krippe einlösen, die ihnen am besten gefällt. Macht das Beispiel jetzt national Schule?

Legende: Video Gutscheine für die Krippe in Luzern abspielen. Laufzeit 2:29 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 03.02.2015.

Die Stadt Luzern hat ihre Investitionen in die familien-ergänzende Kinderbetreuung in den letzten sechs Jahren fast verdoppelt – und damit gibt es auch fast doppelt so viele Krippenplätze. Mit den Betreuungs-Gutscheinen leistet die Stadt Pionier-Arbeit.

Denn statt wie früher einzelne Krippen mit Subventionen zu unterstützen, erhalten heute alle Eltern, die bestimmte Kriterien erfüllen, Betreuungsgutscheine. Die Familien werden so direkt unterstützt und können sich frei für eine Krippe entscheiden. Dieses Beispiel macht jetzt über die Kantonsgrenzen hinweg Schule.

Vorteil für die Eltern: Können Platz selber wählen

Die Geschäftsleiterin von Profamilia und CVP-Nationalrätin Lucretia Meier-Schatz begrüsst das Luzerner System. Sie will erreichen, dass weitere Gemeinden und Kantone in der Schweiz von diesen Gutscheinen profitieren können. Sie glaubt, dass die Gutscheine vor allem für den unteren Mittelstand viele Vorteile bringt. «Es braucht aber noch weitere Massnahmen, um auch Familien mit höheren Einkommen zu entlasten», sagt sie im Interview mit der «Tagesschau».

SVP-Nationalrätin Nadja Pieren – selber Krippenleiterin – hält das Luzerner System ebenfalls für geeignet. «Es ist besser, wenn das Geld direkt an die Eltern geht.» Dies belebe den Wettbewerb zwischen den Kindertagesstätten. Es sei zudem für die Eltern die bessere Lösung, wenn sie den Platz für ihre Kinder selber wählen könnten.

Kontakt zu allen Eltern zu kompliziert

SP-Nationalrätin Yvonne Feri dagegen denkt, dass es einfacher sei, wenn der Staat die Kinderkrippenplätze weiterhin direkt subventioniere. Das Luzerner Modell sei zu kompliziert, der administrative Aufwand zu gross. Da der Finanzierungsfluss via Eltern verlaufe, müssten die Behörden direkt mit diesen in Kontakt treten. Das bedeute einen zu grossen Aufwand.

Der Stadt Luzern hat die neue Methode zahlreiche Vorteile gebracht. Viele neue Anbieter sind auf den Markt gekommen. Das System mit Betreuungs-Gutscheinen sorgt für gleich lange Spiesse unter den Krippen, im Gegensatz zu früher, als einzelne Krippen subventioniert wurden und andere nicht.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Barbara Ziermann, Luzern
    In Dänemark existiert inzwischen das am besten ausgebaute Betreuungsangebot für Kinder in Europa. Seit 30 Jahren .......
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Wenn diese "neue" Familienpolitik halt sein muss, so hat jetzt die Luzernen Regierung wenigstens eine gute, freiheitliche Lösung entwickelt. Hoffentlich übernehmen andere Agglomeration dieses System ebenfalls! Dass ausgerechnet die SP gegen dieses "Gutschein-Prinzip" opponiert, ist nachvollziehbar: Soziale Einrichtungen und deren Finanzierung müssen (nach ihrer Ideologie!) stets durch DEN STAAT eingerichtet, verwaltet und bezahlt werden! So steht's auf den "roten" Fahnen und im Parteiprogramm!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hermann Dettwiler, Langenthal
    Es geht in die richtige Richtung und hoffentlich werden Bildungsgutscheine folgen, Yvonne Feri! Warum sind die SP- ParteigenossInnen so fasziniert von dieser kalten, Intellekt- gesteuerten Staatsmaschinerie? Mit der freien Wahl ergibt sich doch eine neue Qualität der Gemeinschaftsbildung und das ist Zukunft.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen