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Signal- und Zugsicherungssystem ETCS auf der Strecke Mattstetten-Rothrist
Legende: Ein modernes Signal- und Zugsicherungssystem auf der Strecke Mattstetten-Rothrist. Keystone
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Schweiz Kritik an Bund und Bahn: Erst 40 Prozent der Signale modernisiert

Nach dem Zugunglück im Waadtland wird klar, dass etliche heikle Abschnitte im Schweizer Bahnnetz noch nicht bestmöglich abgesichert sind. Ein Experte übt Kritik. Das Bundesamt für Verkehr verteidigt seine Strategie beim Ausbau der Zugsicherung – trotz drei ähnlichen Unfällen in kurzer Zeit.

Die Unfälle in Döttingen mit über 20 Verletzten vor zwei Jahren, in Neuhausen mit 26 Verletzten diesen Januar und jetzt in Granges hatten eines gemeinsam: Überall fehlte ein System, das die Abfahrt des Unglückszuges verhindert hätte. «Die Technologie ist seit Jahren bekannt, wird aber in der Schweiz viel zu langsam eingesetzt», kritisiert der Chefredaktor der Eisenbahnrevue, Walter von Andrian.

Ausbau bis 2025 geplant

Mit der Verbesserung der Signale durch moderne Zugsicherungssystemen wurde 1990/91 begonnen. Heute – also nach 22 Jahren – sind erst knapp 40 Prozent der Signale aufgerüstet. Dies Zahlen bestätigt das Bundesamt für Verkehr (BAV). Sprecher Gregor Saladin verweist auf den Strategieplan von BAV und SBB. Danach sollen erst 2025 alle heiklen Stellen des Bahnnetzes mit den modernsten Zugsicherungsanlagen ausgerüstet sein.

«Die begrenzten Mittel werden so eingesetzt, dass die grösstmögliche Sicherheit für die Menschen im öffentlichen Verkehr erreicht wird», betont BAV-Sprecher Gregor Saladin. Es gebe noch viele andere Sicherheitsbereiche zu berücksichtigen, etwa bezüglich Fahrbahn, Tunnel, Gefahrengut und Perron-Sicherheit.

Auch Eisenbahnergewerkschaft macht Druck

Sicherheitsabwägungen in Ehren, sagt dazu von Andrian und weiter: «Wenn die Risikoabschätzung stimmen würde, hätten wir nicht mehrere solcher Fälle im Abstand weniger Monate gehabt.» Auch Barbara Spalinger von der Eisenbahnergewerkschaft SEV fordert jetzt schnellstmöglich den Einbau modernster Sicherheitsanlagen, also Anlagen, die die Abfahrt eines Zugs bei besetzter Strecke verhindern.

In Granges ist noch immer ein System aus den Dreissigerjahren in Betrieb. Es stoppt die Züge, wenn sie ein Rotlicht überfahren. Oft ist es dann aber zu spät.

BAV: Markanter Anstieg statistisch nicht nachweisbar

Video
Sicherheitsrisiko Bahn
Aus Tagesschau vom 30.07.2013.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 33 Sekunden.

Dass jetzt möglicherweise gleich drei Unfälle in relativ kurzer Zeit die gleiche Ursache haben, gibt auch BAV-Sprecher Saladin zu denken. Er rät aber doch, die Relationen zu wahren: Ein markanter Anstieg der «Signalfälle» in diesem Jahr sei statistisch nicht nachweisbar. Allerdings seien zweimal in diesem Jahr die Auswirkungen viel grösser gewesen als in den vergangenen Jahren.

Die genaue Ursache des Unfalls von Granges müsse nun von den Untersuchungsbehörden abgeklärt werden. «Danach wird man sehen, ob die Prioritäten bei der Sicherheitsstrategie anders gesetzt werden müssen», sagt Saladin.

brut;basn

SBB zum Unglück

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 Andreas Meyer
Legende: keystone

SBB-Chef Andreas Meyer hat an einer Medienkonferenz ein generelles Sicherheitsproblem bei der SBB zurückgewiesen. Er erklärte, dass die Sicherheitssysteme der Bahn – einschliesslich der Signalgebung – funktioniert hätten. Zur Ursache des Unfalls im Waadtland äusserte sich Meyer nicht.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Gustav Natterer , Lenzburg
    Döttingen, Olten, Lenzburg, Neuhausen, Basel, Granges-Marnand. Innert weniger als 2 Jahre diese Unfälle! Die Untersuchungen der Unfälle von Lenzburg und Neuhausen sind noch nicht abgeschlossen, doch scheint ganz klar, dass bei all diesen Unfällen war kein funktionierender Flankenschutz vorhanden war. In Altdorf und Thun sind 2011 nur durch glückliche Umstände Unfälle vermieden worden, die fehlendem Flankenschutz zuzuschreiben sind. Wann endlich nimmt der Chef SBB seine Verantwortung war?
  • Kommentar von pascal padrutt , 8000 zürich
    Lokführer durch Autopiloten (Computer!) ersetzen, und gut ist....
  • Kommentar von Erik Jonsson , Fribourg
    Immer mehr in immer kürzerer Zeit zu immer kleineren Preisen ... Es ist doch klar, dass diese Rechnung nicht aufgehen kann. Dies ist aber ein gesamtgesellschaftliches Problem, nicht nur eins der SBB.
    1. Antwort von Margrit Holzhammer , 8903 Birmensdorf
      @Erik Jonsson: Genau so ist es! Dazu müssen alle jung sein und eine grosse Erfahrung mitbringen. Das geht nicht mehr auf!