Lasertag: Die moderne Art von «Räuber & Poli»?

100 Punkte gibt's für jeden abgeschossenen Gegner – und es sollten möglichste viele Opfer sein. Darum geht es, wenn man im Lasertag gewinnen will. Schon kleine Kinder können mit Laserwaffen Kampfszenen simulieren. Eine Altersvorgabe gibt es in der Schweiz nicht – aber moralische Bedenken.

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«Räuber & Poli» mit Laser

3:50 min, aus 10vor10 vom 18.4.2016

«Ein bisschen wie die High-Tech-Variante von 'Räuber & Poli' oder 'Versteckis'», so meinen die einen. «Unverantwortlich, vor allem für Kinder», so befinden die anderen. Das temporeiche Freizeitvergnügen Lasertag ist in Deutschland bereits zum Politikum geworden. Auch in der Schweiz spaltet das Spiel die Geister.

Entwickelt wurde die Technologie der Laserwaffen vom US-Militär. Seit wenigen Jahren kann man das Kampfspiel auch in der Schweiz spielen. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen ist Lasertag sehr beliebt.

Nur Spass, kein Krieg

Die Kinder tauchen im Spiel in eine Welt ein, die fern ab von der Realität ist. Sie werden zu Jäger und Gejagten zugleich.100 Punkte gibt's für jeden abgeschossenen Feind – den Kindern macht die «Jagd» sichtlich Spass. Das sieht auch Michael Grob so, Inhaber der Laser Arena Zürich: «Die Kinder haben Spass. Krieg steht gar nicht zur Debatte. Es ist ein reiner Spassfaktor, das sehen auch die Eltern so.»

Ivica Perusic von der Kinder- und Jugendförderung des Kantons Zürich bläst ins gleiche Horn. Er merkt an, dass Kinder und Jugendliche schon immer gerne «Chriegerlis» gespielt hätten. Das sei kein neues Phänomen, sondern eine neue Form. «Es ist nichts, von dem wir meinen, es per se verbieten zu müssen», so Perusic.

Gefahr von erhöhtem Gewaltpotential

Nicht gerade verbieten, aber einschränken – das findet Kriminologin Melanie Wegel. Dass bereits Kinder in sehr jungem Alter Lasertag spielen dürfen, ist für Wegel unverantwortlich. Sie fordert darum ein Mindestalter von 14 Jahren. «Gewalt wird hier spielerisch betrachtet. Durch die Regeln und die abgedunkelten Hallen werden der Kreativität Grenzen gesetzt und die Kinder in das Spiel hineingezogen.»

Und weiter: Vor allem sehr junge Kinder könnten nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. Die Kriminologin meint gar, Lasertag könne bei gewissen Kindern unter 14 Jahren zu einem erhöhten Gewaltpotential führen.

Ob harmloser Freizeitspass oder riskante Vermischung von Fiktion und Realität – die kleinen Kämpfer freuen sich jeweils, wenn das Display auf ihrer Ausrüstung eine hohe Trefferquote ausweist.