«Libyen-Affäre»: Gaddafi-Anwalt blitzt in dritter Instanz ab

Das Bundesgericht hat eine Beschwerde des Genfer Anwalts Charles Poncet in der Libyen-Affäre abgelehnt. Der Genfer Regierungsrat Longchamp hatte ihn im Jahr 2011 als Verräter betitelt. Poncet verteidigte das Ehepaar Gaddafi.

Anwalt Charles Poncet auf einer Archivaufnahme von 2008. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Anwalt Charles Poncet – er klagte beim Bundesgericht auf Verleumdung. Keystone

Genugtuung für den Genfer Regierungsrat François Longchamp: Das Bundesgericht hat die weitergezogene Beschwerde des Anwalts Charles Poncet abgeblockt. Nachdem Poncet so viele Belehrungen ausgeteilt habe, werde er nun belehrt und verliere zum dritten Mal, sagte Longchamp in der Zeitung «Tribune de Genève».

Gaddafi-Verteidiger Poncet trotzt: Dieses Urteil gebe der Verleumdung eine bemerkenswert liberale und unerwartete Interpretation. Er freue sich darauf, künftig Longchamp und Andere mit dem Segen des Bundesgerichts beschimpfen zu können, sagte der Genfer Anwalt.

Archivbild von Hannibal Gaddafi vom Februar 2005. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Poncet verteidigte das Ehepaar Gaddafi – Archivbild von Hannibal Gaddafi vom Februar 2005. Keystone

Das Ehepaar Gaddafi wurde 2008 in einem Genfer Luxushotel verhaftet wegen angeblicher Misshandlung der Hausangestellten. Kurz darauf wurden die beiden Schweizer Max Göldi und Rachid Hamdani in Tripoli festgehalten.

Im April 2009 klagte Poncet im Namen des Ehepaares und des libyschen Staates gegen den Kanton Genf und verlangte Schadenersatz. Im März 2011 wurde er von Staatsrat Longchamp deswegen als Verräter bezeichnet. Poncet habe sein Land, seinen Kanton und seine Stadt verraten.