Linksextreme machen mobil gegen Hilfswerke

Die linksextreme Szene in Bern hat sich ein neues Feindbild geschaffen. Im Fokus stehen Hilfswerke und Beamte. Nun hat der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause reagiert und Anzeige erstattet.

Brennende Container vor der Berner Reitschule. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im Umfeld der Berner Reitschule ist immer wieder zu Krawallen gekommen. Keystone

Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) geht gegen einen Aufruf zur Gewalt vor. Unbekannte hetzen im Internet gegen Personen, die ihrer Ansicht nach im Zusammenhang mit dem Asylwesen stehen. Der Aufruf wird linksextremen Kreisen zugeordnet.

Nause hat deshalb wegen Drohung Anzeige erstattet. Er bestätigte am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur sda eine entsprechende Meldung der «SonntagsZeitung». Der Aufruf sei relativ militant, sagte Nause. Mit der Anzeige solle sichergestellt werden, dass Ermittlungen aufgenommen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden.

Gar die Heilsarmee auf «schwarzer Liste»

Die Unbekannten veröffentlichten unter anderem eine 22-seitige Liste, in der Namen von Personen oder Organisationen aufgeführt sind, die sich kritisch zu einzelnen Aspekten der Asylpolitik positioniert haben sollen. Auf Flugblättern oder Begleittexten zur Liste wird dazu aufgerufen, die Genannten bei der Arbeit zu stören und «die Asylmaschinerie» anzugreifen.

Aufgeführt sind etwa Bundes- oder Kantonsangestellte oder Hilfsorganisationen wie die Heilsarmee oder die Internationale Organisation für Migration (IOM). Auch der Migrationsdienst in Bern steht auf der Liste.

In der Nacht auf Donnerstag beschmierten Unbekannte nach eigenen Angaben das Gebäude des Migrationsdienstes mit Farbe. In einem Bekennerschreiben, das auf der linken Internetplattform indymedia.org veröffentlicht wurde, heisst es, man habe damit seine «dreckige Rolle im Asylwesen» sichtbar machen wollen.