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Starker Anstieg Lohnexplosion beim Bund

Legende: Video Fetter Staat: Mehr Besserverdiener in der Bundesverwaltung abspielen. Laufzeit 12:00 Minuten.
Aus Rundschau vom 21.06.2017.

Bei der Bundesverwaltung sind die Lohnklassen stark und sehr einseitig angestiegen. Das zeigen interne Zahlen des eidgenössischen Personalamts, die der «Rundschau» vorliegen:

  • Die Stellenzahl hoher Lohnklassen (18-38) stieg von 2007 bis 2014 um 17,7 Prozent. Zur Einordnung: Ein Mitarbeiter der Lohnklasse 18 verdient rund 110‘000 Franken (Stand 2014).
  • Die tiefen Lohnklassen (1-17) sanken dagegen im selben Zeitraum um 11,1 Prozent.
  • Der Durchschnittslohn bei der Bundesverwaltung stieg in dieser Zeit um 13,9 Prozent von 106‘287 Franken auf 121‘110 Franken.

Der Anstieg kann im Verhältnis zur allgemeinen Teuerung von zwei Prozent als überdurchschnittlich bezeichnet werden. Die neuen Zahlen befeuern die laufende politische Diskussion um das überdurchschnittliche Wachstum der Staatsausgaben.

Höhere Fiskalquote als in Deutschland

Dabei sprechen Zahlen Bände: In der Schweiz hat die steuerliche Belastung weiter zugenommen. Das zeigen neue Berechnungen von Economiesuisse, die der «Rundschau» vorliegen. So liegt die erweiterte Fiskalquote, die sämtliche obligatorischen Abgaben und Steuern umfasst, aktuell bei rund 41,6 Prozent. Sie ist somit höher als die Fiskalquote beispielsweise in Deutschland oder Holland.

Ein Sprecher des Bundespersonalamts erklärt den Anstieg bei den hohen Lohnklassen damit, dass Aufgaben bei der öffentlichen Verwaltung «in Richtung höhere Qualifikationen» verlagert würden. «Entsprechend hat sich der Personalkörper verändert», so der Sprecher. Eine Entwicklung, die sich durch gesamtgesellschaftliche Entwicklungen erklären lasse wie beispielsweise die Digitalisierung der Arbeitswelt.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Huber (Peter1982)
    Lohnklasse 18 und 110 000 .- entspricht dem Lohmaximum, welches ein MA mit 60 oder überhaupt nie erreicht. Aber so kann man natürlich die Dikussion "befeuern". Toni Koller sagt es richtig, der Bund leistet Wichtiges. Viele sind sich nicht bewusst, dass vieles nicht mehr funktionieren würde (Auszahlung der Sozialversicherungen etc.). Gerade die hier kommentierenden Kantonsleute sind an Neid nicht zu übertreffen. Mein Lohn beim Kanton war höher als aktuell beim Bund.
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  • Kommentar von Toni Koller (Tonik)
    Die Staatsfeindlichkeit vieler Kommentare hier ist beängstigend! Auch in der Privatwirtschaft verändern sich die Job-Profile in Richtung höherer Qualifikation (und also höherer Löhne). Und wir alle bezahlen's über die Produktepreise. Aber wenn die Bundesverwaltung die gleiche Entwicklung erlebt und kommuniziert, steigt die Wutbürgerschaft auf die Barrikaden. Leider offenbar ohne eine blasse Ahnung davon zu haben, was die Staatsangestellten an Nützlichem und Notwendigem leisten.
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Mit ein Grund warum das Vertrauen in die Obrigkeit zunehmend verloren geht. Noch am 12.1.2017 liess Bundesfinanzminister Uli Maurer im SRF verkünden „Spardruck beim Personal - Bund will doch Stellen abbauen“. Und nun das! Offensichtlich eine Falschmeldung (neudeutsch „Fake News“). Per BV hat der Bundesrat die Aufsicht über die Verwaltung und somit mit den Steuergeldern sorgfältig umzugehen. Wir wollen keine griechischen Verhältnisse!
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