Losone schafft sich unliebsames Projekt vom Hals

Für den ausrangierten Waffenplatz Losone hat die Armee eine Käuferin. Es ist die Tessiner Gemeinde Losone selbst. Was dort entstehen soll, ist noch nicht klar. Sicher aber ist: Ein Bundesasylzentrum wird es nicht sein.

Audio «Asylzentrum in Losone vom Tisch» abspielen.

Asylzentrum in Losone vom Tisch

Der Waffenplatz Losone mit seiner Kaserne San Giorgio sind legendär: Die Armee bildete dort jahrzehntelang Grenadiere und Fallschirmspringer aus. Jetzt will sie die Anlage bis Ende Jahr verkaufen. Das habe Bundesrat Ueli Maurer klar zu verstehen gegeben, steht in einer gemeinsamen Pressemitteilung des Verteidigungsdepartements (VBS) und der Gemeinde Losone. Die politische Gemeinde und die Bürgergemeinde Losone sind interessiert am Kauf der Anlage.

Kasernengebäude in Losone. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die legendäre Kaserne San Giorgio in Losone. Keystone

Die Kaserne stammt aus dem Zweiten Weltkrieg. 1951 wurde dann der Waffenplatz in Betrieb genommen. Bis zu ihrer Verlegung nach Isone im Jahr 1973 waren dort Infanteriegrenadiere stationiert. Auf die Grenadiere folgten Sanitätsgruppen. Im Zug eines Sparprogramms beschloss die Armee 2004, den Standort bis im Jahr 2010 zu schliessen. Und schon früh meldete die Gemeinde ihr Interesse am Kauf an.

Mit Kauf Asylzentrum verhindert

Die Kaserne San Giorgio ist nicht mehr benutzbar, denn die Armee hat alle inneren Anlagen ausgeräumt. Losone hegt verschiedene Pläne für die Armeebrache: von einem Archäologie- und Heimatmuseum über ein Eingangstor zum künftigen Nationalpark des Locarnese bis zu einer Eishalle mit Sportanlage.

Mit dem Kauf ist Losone vor allem auch ein in der Region umstrittenes Projekt los: das Bundesasylzentrum. Denn wenn das VBS die Kaserne verkauft, kann sie dort auch kein solches Zentrum mehr einrichten.

Gross ist deshalb die Erleichterung bei Gemeindepräsident Corrado Bianda – wenn auch mit einer Einschränkung: Bis zur definitiven Übergabe der Kaserne an die neue Besitzerschaft könnte dort für drei Jahre und provisorisch doch eine Asylunterkunft entstehen mit 150 Bewohner.

aebn;lin