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Das Warten auf Impfung oder Heilung
Aus Puls vom 09.03.2020.
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Lungenkrankheit Covid-19 Wann kommt die Therapie?

Die Welt wartet auf ein Medikament oder eine Impfung gegen das grassierende Virus SARS-CoV-2. Welche Ansätze es gibt, und welche Hürden es noch zu nehmen gilt.

Ob gegen Masern, Grippe, Mumps, Hepatitis oder Kinderlähmung: für viele Virenkrankheiten gibt es eine Schutzimpfung – keine andere medizinische Innovation hat mehr Leben gerettet.

Doch im Sortiment fehlt ein Impfstoff gegen SARS-CoV-2. Was dem neuen Coronavirus erlaubt, sich ungehindert zu verbreiten, in uns einzudringen und Körperzellen in Virenfabriken umzufunktionieren.

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So missbraucht das Coronavirus unsere Körperzellen
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In Labors weltweit wird an Mitteln geforscht, die diesen Ablauf stören, aufhalten, verhindern sollen – stets mit dem Ziel, die ungehemmte Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Drei Ansätze stehen dabei im Vordergrund: aktive Impfung, passive Impfung und Medikamente.

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So funktioniert eine aktive Impfung
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Eine aktive Impfung ist die beste Methode, um zu verhindern, dass das Virus den Körper austricksen kann.

Das Immunsystem wird mit gespritzten Virenteilen vorinformiert. Das löst die Produktion von passenden Antikörpern aus, die das gefährliche Virus im Ernstfall neutralisieren und dem Abwehrarsenal des Immunsystems auch später zur Verfügung stehen.

Am weitesten fortgeschritten mit einem Impfstoff scheint derzeit die US-Gentech-Firma Moderna. Ihr Impfstoffkandidat wird seit letzter Woche vom amerikanischen Gesundheitsinstitut an ersten Patienten auf Verträglichkeit getestet und ist von einer ganz neuen Art: Er besteht vereinfacht gesagt lediglich aus einem Stück Gencode, das dem Immunsystem dabei hilft, eine passende Immunantwort zu produzieren.

Funktioniert der Ansatz, wäre die Produktion einer ausreichenden Menge Impfstoff wohl innert weniger Monate machbar. Problematischer ist der Zeitbedarf für die Zulassung.

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So lange geht es normalerweise, bis ein Impfstoff auf dem Markt ist
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Insgesamt rund sechs Jahre dauert dieser Prozess bei einem normalen Impfstoff. Auch wenn für Covid-19 das Verfahren beschleunigt wird und man den Impfstoff ohne Phase-3-Studie direkt anwenden würde: Es dauert immer noch mindestens ein Jahr – und die Gefahr für unerwartete Nebenwirkungen in der breiten Anwendung läge höher.

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So funktioniert eine passive Impfung
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Eine weiteres Mittel gegen das Coronavirus: die passive Impfung.

Hier werden labortechnisch gewonnene Antikörper direkt eingeimpft. Sie heften sich an die Oberfläche des Virus und neutralisieren es wie bei einer aktiven Impfung. Die Wirkung setzt rasch ein, aber der Schutz durch die nicht vom Immunsystem selber produzierten Antikörper ist nicht nachhaltig.

Bereits Erkrankten könnte das Verfahren trotzdem helfen. Aber auch eine passive Impfung muss entwickelt und getestet werden. Und: Die Antikörper können nicht in grossen Mengen produziert werden.

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So funktionieren antivirale Medikamente
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Die dritte Option im Kampf gegen das Coronavirus: Medikamente.

Die Wirkmechanismen von antiviralen Medikamenten sind verschieden. Das Ziel ist aber stets dasselbe: Die Viren davon abhalten, den Zellkern zu kapern und so die Körperzelle in eine Virenfabrik umzufunktionieren.

Auch hier sind Labors weltweit am Forschen. Derzeit führend: Der Pharmakonzern Gilead mit einem Medikament, das für Ebola entwickelt wurde: «Remdesivir». Es wird derzeit in den USA an ersten Covid-19-Patienten getestet.

Der Berner Virologe Volker Thiel gibt sich vorsichtig optimistisch: «Wir sehen eine sehr gute Wirkung in Zellkulturen. Im Tiermodell sieht man aber, dass es vor allem früh hilft. Das heisst: vor oder ganz früh in der Infektion.»

Ob der Nutzen auch später im Verlauf der Krankheit noch so hoch ist, bleibe abzuwarten.

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«Die Massnahmen des Bundes verschaffen Forschung und Industrie Zeit.»
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Puls, 09.03.2020, 21:05 Uhr

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Soltermann  (ps)
    Wer partout nichts von den Selbstheilungskraeften (Immunsystem) wissen will, der soll hier gefaelligst erklaeren mit welchen Kraeften die min 70000 Patienten (ohne Dunkelziffer) alleine in CN sonst geheilt worden sind. Fact ist doch: Impfung gegen Vovid-19 gibt es jetzt und in naechster Zeit keine.
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    1. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      Logisch mit dem IS, ich versteh einfach nicht wie man das 'aktivieren' kann ohne Impfung, und diejenigen, die krank sind und leiden verstehen das wahrscheinlich auch nicht.
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    2. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Das Immunsystem läuft, bei gesunden Menschen, immer aber kann eben auch keine Wunder vollbringen. Aktives Impfen, Medikamente etc. unterstützen das Immunsystem bei der Arbeit und ersetzen es nicht. Manche haben einfach grundlegendes, was unser Körper und Immunsystem angeht, nicht verstanden aber sind oftmals die Aktivsten beim verbreiten ihrer Meinung. Welche wiederum nicht mit Wissen verwechselt werden sollte. Allenfalls mit Glauben.
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  • Kommentar von Manfred Sommer  (FrediSommer)
    Die Fakten nach NZZ: 2330 Erkrankte und 18 Todesfälle. Nach ORF erkranken nur 4% der Virus Träger schwer. Also funktioniert das Abwehrsystem des Körpers eigentlich gut, ausser dieser sei nicht schon durch andere Krankheiten belastet ist
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Herr Sommer, so was hört man gar nicht gerne, dass da einfach so, es Immunsysteme geben soll, die gratis und franko ihre Arbeit erledigen und dies mit mehreren tausend Jahren Evolutionsgeschichte auf dem Buckel?
      Ich frage mich auch was mit der Haut der Menschen geschieht, die da wie wild Desinfektionsmittel gebrauchen. 3 grosse immunkompetente Systeme, die auf Aussenweltkontakte spezialisiert sind haben wir: Haut, Lunge, Darm.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Es zeigt sich doch immer klarer, dass die anerzogene undd von der offiziellen Medizin geförderten Abhängigkeit und Hilflosigkeit, das Gesundheitswesen unnötigerweise abs Limit bringen wird. Ein Verständnis für die Aktivierung der Selbstheilungskräfte, der Unterstützung unsere Körper, damit er seine Arbeit gut und ungestört machen können ist wichtiger denn je. Wer Solches mit Esoterik verwechselt hat irgendwie ein Problem mit der Komplexität, die Leben heisst.
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    1. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      Esoterik verspricht doch irgend etwas ohne genaue Angaben wie dies denn funktioniert (oder eben nicht). Das machen Sie auch. Sie propagieren irgend 'Ein Verständnis für die Aktivierung der Selbstheilungskräfte, der Unterstützung unsere Körper, damit er seine Arbeit gut und ungestört machen kann' ohne konkret zu werden. Das wäre dann wahrscheinlich zu viel verlangt. Erklärungen wie dies funktionieren soll, und wieviel es nützt, und wann es hilft, und wann nicht, gibt es alles nicht bei Ihnen.
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