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Engpass bei Corona-Erkennung – Wo bleiben die Schnelltests?
Aus Puls vom 12.10.2020.
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Mangel an Testmaterial Engpass bei Corona-Tests: Schnelltests sollen bald bereitstehen

Die Corona-Tests werden knapp. Die Materialien reichen noch für zwei Wochen. Schnelltests können Abhilfe schaffen.

Für die gängigen Corona-Tests zeichnet sich ein Engpass beim Verbrauchsmaterial ab. Extra lange Pipettenspitzen, sogenannte Mikroplatten und Chemikalien für das PCR-Analysegerät, sie alle werden knapp – weltweit.

Marianne Affolter, die Leiterin vom Molekularbiologie-Labor MCL Medizinische Laboratorien in Niederwangen bei Bern, hat einen solchen Engpass noch nie erlebt und ist besorgt: «Wir rechnen damit, dass wir noch eineinhalb, maximal zwei Wochen, so weiterfahren können. Dann müssen wir mit den Tests runterfahren. Dann könnten wir vielleicht noch die Hälfte der Tests machen.» Die Testkapazität von 3500 Tests pro Woche sind hier im Labor im Moment ausgeschöpft. Und bei den Laborkollegen sehe die Situation ähnlich aus.

Ich weiss auch nicht, woher das BAG die Idee hat, dass es genügend Testmaterial gibt.
Autor: Marianne AffolterLeiterin vom Molekularbiologie-Labor MCL Medizinische Laboratorien

«Ich finde es verrückt, dass überall gefordert wird, man solle mehr Tests machen», sagt Marianne Affolter. «Ich weiss auch nicht, woher das BAG die Idee hat, dass es genügend Testmaterial gibt.»

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Molekularbiologin Marianne Affolter schätzt, dass die Tests noch maximal zwei Wochen reichen.
Aus Puls vom 12.10.2020.
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Das BAG dementiert gegenüber der Gesundheitssendung «Puls» den Engpass: Es gebe genügend Material, wenn man auf gleichem Niveau weiter testet wie bisher.

Schnelltests als Notlösung

In anderen Ländern ist das Problem bereits Realität: In Madrid musste man Angesichts der hohen Infektionszahlen, die PCR-Tests ergänzen. Mit sogenannten Antigen-Schnelltests. Diese sind zwar weniger genau, aber billiger und schneller.

Der Einsatz solcher Tests wird auch für die Schweiz immer dringlicher. Doch bis anhin hiess es hierzulande stets, dass Sie noch auf ihre Genauigkeit hin überprüft werden müssen.

Einige sind tatsächlich verlässlich.
Autor: Didier TronoLeiter der Expertengruppe Diagnostics and Testing der Corona-Taskforce des Bundes

«Die Überprüfung ist abgeschlossen. Wir wissen jetzt, wie ihre Sensitivität im Vergleich mit den PCR-Tests ist. Einige sind tatsächlich verlässlich», sagt Didier Trono, Leiter der Expertengruppe Diagnostics and Testing der Corona-Taskforce des Bundes.

Nun möchte er Empfehlungen aussprechen. «Schon diese Woche diskutieren wir mit dem BAG, den Kantonen, den Kantonsärzten und überlegen, welches die beste Strategie für den Einsatz der Schnelltests ist.» Didier Trono rechnet damit, dass die Antigen-Schnelltests noch diesen Monat eingesetzt werden.

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Didier Trono von der Taskforce des Bundes: «Die Überprüfung ist abgeschlossen. Einige sind tatsächlich verlässlich.»
Aus Puls vom 12.10.2020.
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Schnelltests nicht für alle gedacht

Da sich auch bei den Antigen-Schnelltests ein weltweiter Verteilkampf abzeichne, sei umso wichtiger wo man diese Tests idealerweise einsetzen soll.

«Man könnte sie zum Beispiel in der Luftfahrt einsetzen, bevor Passagiere ein Flugzeug besteigen. Oder zur Überprüfung beim Personal von Alters- und Pflegeheimen und an Schulen, die einen positiven Fall haben», sagt Didier Trono. «Alle schnell testen, dann müsste nicht die ganze Klasse in Quarantäne.» Nicht vorstellen, kann er sich etwa, dass man im Fussballstadion 3000 Menschen auf diese Art testet.

Trotzdem: Der Einsatz der Antigen-Schnelltests könnte Druck von den Labors wegnehmen. Bis es aber soweit ist, hilft sich die Molekularbiologin Marianne Affolter beim Bewältigen des Engpasses mit einer eigenen Strategie: «Wenn wir Proben von Spitälern haben, versuchen wir diese prioritär zu behandeln.» Das gleiche gelte für Proben von Bewohnern, Pflegepersonal und Ärzten von Altersheimen – sie gehen vor.

Puls, 12.10.2020, 21:05 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Barbara Lenzin  (Alen)
    Man sollte endlich aufhören gesunde testen! Obwohl die Tests 99 Prozent der Gesunden korrekt als virusfrei erkennen, ist jedes dritte der positiven Resultate falsch. In diesem Fall, wo es nur wenige Infizierte gibt, werden also ein Drittel zu viele Corona-Fälle publiziert. Doch sämtliche 368 positiv Getesteten müssen in eine Quarantäne. Auch die Kontakte der letzten Tage der falsch-positiv Getesteten werden erfasst und lösen ein Tracing mit weiteren Tests an symptomfreien Personen aus.
  • Kommentar von Gerrit Stoffers  (Wahrheitsfinder)
    Noch mehr Tests? Und dann auch noch mit welchen, die noch höhere Fehlerquoten haben als die ohnehin schlechten PCR-Tests? Wann wird dieser Unsinn endlich gestoppt? Wenn überhaupt Tests, dann muss erstmal was deutlich zuverlässigeres entwickelt werden und dann bitte auch nur testen, wenn überhaupt entsprechende Symptome, bzw. Krankheitszeichen da sind! Die Tests dann zudem prinzipiell ausschliesslich in Arztpraxen und Spitälern durchführen lassen.
  • Kommentar von Gregor Rentsch  (gregorrentsch)
    Wieviel kosteten uns die bis jetzt gemachten 1,5 Millionen Tests?
    1. Antwort von Michael Güdel  (nur Mut!)
      Hier die Antwort zu den Kosten der Tests:
      https://www.medinside.ch/de/post/so-viel-kosten-uns-die-corona-tests