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Schweiz Mark Pieth stellt der Fifa ein Ultimatum

Die Reformen der Fifa gehen dem Anti-Korruptionsexperten Mark Pieth zu wenig weit. Der Leiter des Fifa-Governance-Komitees setzt dem Weltfussballverband einen Tag vor dem Kongress in Mauritius ein Ultimatum.

Legende: Video Fussballkönig unter Reform-Druck abspielen. Laufzeit 09:37 Minuten.
Aus Rundschau vom 29.05.2013.

Morgen beginnt in Mauritius der Fifa-Kongress. Im Luxusferienort will sich der Weltfussballverband reformieren und von Korruption unter Funktionären befreien. Einen Tag vor dem Kongress setzt Anti-Korruptionsexperte Mark Pieth der Fifa ein Ultimatum.

Pieth: «Noch ein Jahr, um Reformen umzusetzen»

Mark Pieth betont im Interview mit der «Rundschau»: «Nächstes Jahr müssen die Reglemente umgesetzt werden. Ich selber habe eine Grenze. Unser Governance-Komitee sollte noch ein Jahr dafür sorgen, dass jetzt nicht alles nur auf dem Papier bleibt.» 

Die Fifa ist bisher auf einige Forderungen Pieths nicht eingegangen. Er forderte vergeblich, dass der engste Führungszirkel seine Löhne und Boni offen legt.

Blatter: «Was hat mein Lohn mit Transparenz zu tun?»

Präsident Sepp Blatter betont derweil, er und das Fifa-Exekutivkomitee hätten «80 Prozent der von Pieth vorgeschlagenen Reformen umgesetzt». So führte Blatter eine Ethik- und Justizkommission innerhalb der Fifa ein.

Allerdings: Blatters Lohn soll weiterhin geheim bleiben. 33,5 Millionen hat sich die Fifa-Spitze um das Exekutivkomitee und Sepp Blatter letztes Jahr ausbezahlt.

Wie viel davon an den Präsidenten geht, soll weiterhin im Dunkeln bleiben. Sepp Blatter sagt auf Mauritius zur «Rundschau»: «Was hat denn der Lohn des Präsidenten mit Transparenz zu tun? Wieso ist dies wichtig, wie viel der Fifa-Präsident verdient?»

Korruptionsexpertin Wrage: «Reformvorschläge führen ins nichts»

Solche Aussagen haben dazu geführt, dass die renommierte Anti-Korruptionsexpertin Alexandra Wrage vor einem Monat aus dem Fifa-Reformkomitee ausgetreten ist. Gegenüber der «Rundschau» betont sie: «Wir machten Reform-Vorschläge, und die endeten im Nichts. So etwas habe ich noch nie erlebt. Bei der Fifa machten wir Empfehlungen, viele wurden ohne Diskussion, ohne Erklärung abgelehnt.»

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3 Kommentare

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  • Kommentar von franz schleiniger, montecatini/italien
    Sepp Blatter, nicht untypisch, aber eine Schande!
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  • Kommentar von Ueli bürki, 4538 Oberbipp
    Wir Schweizer sind bekannt für gute-saubere-pünktliche.... Arbeit. Blatter beweist, dass das nicht immer so ist. Warum stellt er seinen Kanton und sein Land in ein so schlechtes Licht ? Gehört dieser Kanton wirklich zur Schweiz, oder ist Blatter kein typischer Walliser ? Bei jedem Bericht mit - über - oder von ihm, schähme ich mich ein Schweizer zu sein !
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Eine gute Frage, Herr Bürki. Hätten Sie vor 200 Jahren gelebt, hätten Sie es direkt mitbekommen, dass das Wallis vorübergehend tatsächlich von Frankreich annektiert wurde, weil Napoleon die wichtigen Alpenpässe zum Berner Oberland, zu Uri und zum Tessin brauchte und deshalb auf sicher gehen wollte. De jure ist das Wallis aber erst seit 1815 ein offizieller Teil der Schweiz, wie wir alle wissen. - Zur FIFA: Immerhin ist jetzt etwas im Gange, auch bei unserem Bundes-Sepp.
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