Mathematik liegt den Deutschschweizer Schülern am besten

Alle drei Jahre gibt's Noten aus der PISA-Studie: In den Disziplinen Mathematik und den Naturwissenschaften liegt die Deutschschweiz vorne. Die Romandie ist dafür am stärksten beim Lesen. Das Tessin schneidet am schlechtesten ab.

Zwei Mädchen und ein Junge sitzen vor ihren Büchern und diskutieren. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Beim Lesen liegen die Westschweizer Schüler/innen vorn. Colourbox

Mathematik scheint Schülern in der Deutschschweiz besser zu liegen als ihren Schulkollegen in der Westschweiz und dem Tessin: Nach einer kantonalen Auswertung der PISA-Studie 2012 trumpfen nämlich die deutschsprachigen Schüler in den beiden untersuchten Disziplinen Mathematik und Naturwissenschaften auf.

Beim Lesen, der dritten Disziplin, liegen dagegen die Westschweizer Schüler obenauf. Dies zeigen Zahlen von elf Kantonen, welche die PISA-Studie spezifisch ausgewertet haben. Sie erlauben einen Vergleich zwischen den drei Sprachregionen in der Schweiz.

Tessin als Schlusslicht

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PISA-Studie 2012

PISA ist eine international vergleichende Schulleistungsstudie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die Erhebung erfolgt alle drei Jahre.

2012 sind die unangefochtenen Spitzenreiter im Vergleich zwischen 65 Ländern Shanghai, Singapur und Hongkong. Sie belegten in allen Kategorien die drei ersten Plätze.

Auffällig ist, dass die italienischsprachigen Schüler im nationalen Vergleich am schlechtesten abschneiden. Laut der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) findet sich das Tessin bei der Lese-Kompetenz am Schluss. Bei Mathematik und Naturwissenschaften belegen die Schüler den drittletzten Platz.

Das Departement für Bildung im Kanton Tessin sieht die Ergebnisse als Ansporn für Reformen im Bildungssektor. Im Vergleich zu den PISA-Ergebnissen von 2009 seien die Abstände zu den anderen beiden Sprachgemeinden unverändert gross geblieben. Seit die Studie 2000 das erste Mal erstellt wurde, sehe man aber deutliche Verbesserung in allen Bereichen.

Westschweiz liegt zurück

Auch die Romandie hinkt der Deutschschweiz bei den PISA-Ergebnissen hinterher. Mit durchschnittlich 523 Punkten in Mathematik liegen die Westschweizer Kantone unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt von 531 Punkten. Verglichen mit den OECD-Ländern (Durchschnitt 494 Punkte) ist das Ergebnis aber immer noch gut, wie die der Konferenz der Bildungsdirektoren der französischen und italienischen Schweiz (CIIP) mitteilte.

Im Allgemeinen wird das Leseniveau in der Westschweiz gleich hoch oder etwas höher eingestuft als die Leistung bei der Naturwissenschaft. Damit setzt sich der Trend der vorherigen PISA-Studie im Jahr 2009 laut der CIIP fort.

Ausbildungsniveau hängt von Eltern ab

Weiter zeigt die Auswertung, dass sich Mädchen in der Mathematik verbessert haben. Entgegen der landläufigen Meinung weisen sie nur noch einen unbedeutenden Leistungsrückstand auf die Knaben auf. Dennoch haben Mädchen häufiger Angst vor Mathe, wie aus der Mitteilung hervorgeht.

Wie die Erhebung auch zeigt, hängt die Wahl des Schultyps - Real-, Sekundarschule oder Gymnasium - stark vom wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Umfeld der Eltern ab.

In der Schweiz wurden für die fünfte PISA-Studie über 11'000 Jugendliche im Alter von 15 Jahren getestet. Dazu kamen rund 9000 Jugendliche aus den kantonalen Stichproben.