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Schweiz Maurer will weitere 874 Millionen für die Armee

Zusätzlich zum Rüstungsprogramm für 2015 beantragt der Bundesrat dem Parlament neue Rüstungsvorhaben für das laufende Jahr. Kommt er damit durch, steigen die Militärausgaben auf über 1,4 Milliarden Franken.

Legende: Video Maurer möchte noch mehr Geld abspielen. Laufzeit 01:45 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.08.2015.
Bundesrat Ueli Mauerer während einer Medienkonferenz im Bundeshaus
Legende: Mit dem zweiten Rüstungsprogramm in diesem Jahr kommt Bundesrat Ueli Maurer einem Auftrag des Parlaments nach. Keystone

Mit dem «Zusätzlichen Rüstungsprogramm 2015» über 874 Millionen Franken will Verteidigungsminister Ueli Maurer zum einen die Einsatzdauer bestehender Waffen und Fahrzeuge verlängern. Zum andern geht es um einen ersten Beschaffungsschritt von Kommunikationsmitteln sowie darum, die Lagerbestände von Gewehr- und Pistolenmunition aufzustocken.

Maurer betonte vor den Bundeshausmedien, ein zweites Rüstungsprogramm im selben Jahr sei zwar aussergewöhnlich, doch das Parlament habe das so gewollt.

In seiner am Mittwoch verabschiedeten Botschaft ans Parlament hält der Bundesrat fest, 98 Prozent des beantragten Kredits komme der heimischen Industrie zugute. Die Rüstungsvorhaben schafften direkt im Inland oder indirekt durch Beteiligungen im Ausland Arbeit für 500 Personen während neun Jahren.

Das zusätzliche Geld will der Bundesrat wie folgt einsetzen:

  • 118 Millionen sind für den Kauf von 400 neuen Richtstrahlgeräten als erste Investition in neue Telekommunikationsmittel vorgesehen.
  • Für 100 Millionen sollen die Bestände an Munition für das Sturmgewehr und die Armeepistole aufgestockt werden.
  • Mit 98 Millionen will Maurer die 35-Millimeter-Flugabwehrkanonen über die bisher vorgesehen Lebensdauer hinaus einsatzfähig halten.
  • 558 Millionen schliesslich sind vorgesehen für den Werterhalt von 2220 geländegängigen Mannschaftstransportfahrzeugen Duro. Damit sollen sie bis 2040 im Einsatz bleiben können.
Der geländegängige Truppentransporter «Duro IIIP» auf dem Parkplatz eines Armee-Motorfahrzeug-Parks
Legende: Der modernisierte Truppentranspoter «Duro IIIP». Keystone

Rüstungsausgaben 2015 können sich mehr als verdoppeln

Bereits im Parlament – und vom Nationalrat gutgeheissen – ist das Rüstungsprogramm 2015 im Umfang von 542 Millionen Franken. Damit sollen 879 leichte geländegängigen Motorfahrzeuge und neue Schiesssimulatoren gekauft werden. Besonders umstritten ist darin die Beschaffung von sechs Aufklärungsdrohnen aus Israel. Diese ist von den Kommissionen beider Räte aber schon gutgeheissen worden.

Kommt auch das Zusatzprogramm ohne Abstriche aus den Eidgenössischen Räten, erhöhen sich die Rüstungsausgaben für 2015 auf insgesamt knapp 1,42 Milliarden Franken.

Eine Folge des Gripen-Neins

Das zusätzliche Programm hat mit dem Nein des Stimmvolks zum Kauf der Gripen-Kampfflugzeuge zu tun: Das Parlament wollte den Bundesrat nach der Abstimmung beauftragen, mit den Gripen-Geldern umgehend anderes Armeematerial zu kaufen.

Da es nicht genügend reife Beschaffungsvorhaben gab, verzichteten die Räte aber schliesslich auf diesen Auftrag. Bundesrat Ueli Maurer kündigte an, dass der Bundesrat in der zweiten Jahreshälfte ein zusätzliches Rüstungsprogramm vorlegen würde.

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32 Kommentare

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  • Kommentar von E. Röthlisberger, Gerolfingen
    Der Auftrag aus der Verfassung und die Strategie der Militärprofis sind vorhanden. Die aufgezeigte Umsetzung ist rasch voranzutreiben. Lasst Tante und Onkel weiter mit Playmobil spielen und fröhlich sein aber gebt den Profis gutes Werkzeug in die Hand.
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  • Kommentar von P. Manser, St. Gallen
    Schön wir hier alle über die Armee schimpfen. Doch diese ist nicht der Hauptschuldige. Seit der Armeereform 95 peitscht die Politik eine Reform am anderen durch, wobei die vorangegangene nicht mal umgesetzt wurde. Die Armee ist nur noch am umstellen, rudern und weiss nicht wohin. Was die SVP will ist utopisch und was die SP will ist ebenfalls utopisch, da wir ohne Armee den Neutralitätsstatus international sofort verlieren werden.
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Der Bundesrat scheint die unschönen Zeichen der Zeit erkannt zu haben. Nur belegt das Rüstungsprogramm m.E. leider die fehlende Kontinuität in Bern und folglich in der Rüstungsindustrie. Anstelle kontinuierlich die Bestände zu ergänzen und Werterhaltung zu betreiben führt diese blockweise Beschaffung dazu, dass die Industrie in den Jahren dazwischen Personal entlassen und dann später wieder einstellen und ausbildem, oder Kriegsmaterial exportieren muss, was neutralitätspolitisch sehr heikel ist.
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