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Schweiz Mehr Gewalt in den Zügen

Anspucken, drohen, klauen: 2012 hat die Gewalt in Zügen deutlich zugenommen. Dies belegen neuste Zahlen der SBB, die der «Rundschau» vorliegen. Registriert wurden gut 20 Prozent mehr Diebstähle und gar 70 Prozent mehr Übergriffe. Auf manchen Strecken schützen zwei Sicherheitsleute die Zugbegleiter.

Legende: Video Tatort Bahn – Gewalt in den Zügen abspielen. Laufzeit 11:00 Minuten.
Aus Rundschau vom 30.01.2013.

Der «Rundschau» liegen die offiziellen Zahlen aus dem SBB-Sicherheitsrapport 2012 vor. Das Bild ist erschreckend: Die SBB registrierten vergangenes Jahr 240 Tätlichkeiten gegen Zugbegleiter. Das sind 20 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor.

Die Bahn muss heute Zugbegleiter auf zahlreichen Zügen mit zwei Sicherheitsleuten beschützen, damit sie überhaupt die Ticketkontrolle durchführen können.

Bahnpolizei-Chef Harry Wessner bezeichnet aktuell die Strecke Lausanne-Genf als «Hotspot». Letzte Woche warnte die Kantonspolizei zudem vor Dieben in der Zürcher S-Bahn. Dort wurde schlafenden Passagieren gar die Hose aufgeschlitzt, um ans Geld zu gelangen.

Züge der SBB
Legende: Mehr Gewalt in Zügen: Die SBB haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Diebstähle und Straftaten registriert. Keystone

Bahnpolizei-Chef: «Steigende Gewaltbereitschaft»

«Die steigende Gewaltbereitschaft macht nicht Halt vor den Zugstüren», sagt Bahnpolizei-Chef Wessner. Im Interview mit der «Rundschau» bestätigt er den Trend, dass immer mehr Tätlichkeiten gegen Reisende und Personal unter Alkoholeinfluss erfolgen.

Vor allem gegen Reisende wurden im vergangenen Jahr mehr Tätlichkeiten registriert: Die SBB erhielt 170 entsprechende Meldungen, im Vorjahr waren es rund 100 – ein Anstieg von 70 Prozent innerhalb eines Jahres. Bahnpolizei-Chef Wessner relativiert: Jeden Tag reisten rund eine Million Passagiere mit der Bahn. «Zugfahren ist sicher», betont er gegenüber der «Rundschau».

Rund 9000 Diebstähle an Kunden

2012 wurde auch mehr gestohlen in Zügen und an Bahnhöfen. Die SBB registrierte 9000 Diebstähle an Reisenden, 2011 waren es noch 7500. Auch das, so betont das Unternehmen, sei im Verhältnis zu einer Million Passagieren täglich noch relativ wenig. Laut SBB-Sprecher Stephan Wehrle tummeln sich spezialisierte Diebesbanden aus Osteuropa und Nordafrika in den Zügen.

Personenverkehrs-Chefin Jeannine Pilloud baute die Bahnpolizei im vergangenen Jahr um 40 zusätzliche Stellen aus. «Wir tun alles dafür, dass die SBB dieses Gewaltpotential nicht anzieht. Ich hoffe, dass wir in Zukunft weniger Gewalt und Eskalation verzeichnen», so die SBB-Managerin.

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Ruth Obrist, Kaiseraugst
    Soll doch das Fernsehen noch mehr Gewalt zeigen! Es wird ja täglich und nächtlich vorgemacht als wäre es normal. Die Schauspieler prügeln sich halb tot und stehen dann wieder auf! Und wenn sich ein Beamter erlaubt, die Leute hart anzufassen, muss er noch mit einer Anzeige rechnen. Und jetzt will der Staat auch noch die Erziehung übernehmen! Es wird Zeit, die Familien zu unterstützen und den "Beruf" Mutter und "Nur-Hausfrau" endlich in Franken zu be-werten. Vielen Jungendlichen fehlt das Zu...
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  • Kommentar von Ernst Weibel, Trachslau
    Ich war schockiert nach dem Bericht "Tatort Bahn - Gewalt in den Zügen". Habe selber noch nie solche Szenen oder Gewalt in den Zügen oder Bahnhöfen erlebt. Jedoch schon oft davon gehört und gelesen. Dass es aber so schlimm ist konnte ich mir nicht im Traum vorstellen. Wir brauchen eine sichere Bahninfrastruktur! Ich schlage deshalb vor, solchen Leuten ein Bahnverbot auszusprechen und hohe Strafen für Straftaten anzuwenden, wie es für Teihlnehmer am Strassenverkehr oder auf den Skipisten g...
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  • Kommentar von Sicherheitsmitarbeiter, Zürich
    Schade wird hier nicht der ZVV gezeigt. Dort ist die Situation eingermassen unter Kontroller dank grössere präsenz von Sicherheitsleuten. Leider werden die Zugbegleiter noch immer zu wenig begleitet und die koordination stimmt noch nicht. Ich bin mir aber sicher das mann auf diese erschreckenden Zahlen reagieren wird. Mir persönlich bestätigt dieser Bericht das es wichitg ist das man unterwegs ist und ich nun einmal mehr weiss wiso ich mir die Nacht um die Ohren schlage.
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