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Schweiz Mehr Zeit für Sanierung von Bahnübergängen

Für die Überarbeitung der unbewachten Bahnübergänge erhalten die Bahnunternehmen vom Bundesrat eine längere Frist. Grund dafür: Mehrere hundert Übergänge können nicht innerhalb der anfänglich gesetzten Frist bis Ende Jahr saniert werden.

Bahnübergang mit Andreaskreuz
Legende: Ein mit einem Andreaskreuz gesicherten Bahnübergang der Zentralbahn auf der Strecke Wolfenschiessen-Engelberg. Keystone

Deshalb entschied der Bundesrat, dass die Unternehmen ihre Bahnübergänge zwar nicht sanieren, aber bis Ende Jahr den zuständigen Behörden ein vollständiges Gesuch um die Aufhebung des Übergangs oder dessen Sanierung einreichen müssen. Liegt eine rechtskräftige Bewilligung vor, muss der Übergang ein Jahr später saniert sein.

Am 1. November 2014 treten neue Bestimmungen der Eisenbahnverordnung in Kraft. Gemäss diesen müssen die unbewachten Übergänge mit Signalen so ausgerüstet sein, dass sie gefahrlos befahren oder betreten werden können. Ansonsten müssen die Bahnen die Übergänge aufheben.

Innerhalb der anfänglich gesetzten Frist können wohl mehrere hundert Bahnübergänge nicht saniert werden, so das Bundesamt für Verkehr (BAV). Gründe dafür sind Einsprachen und hängige Beschwerden gegen Projekte sowie Ressourcenprobleme bei Bahnunternehmen und Lieferanten.

Unfälle vermeiden

Mit der Sanierung von unbewachten Bahnübergängen will der Bund dazu beitragen, Unfälle zu verhüten. Die Fristverlängerung war bereits im August bekannt geworden, nachdem sich in Wolfenschiessen (NW) ein schwerer Unfall auf einem unbewachten Bahnübergang ereignet hatte.

Ein Kleinbus, in dem acht Touristen aus Israel sassen, stiess am 11. August mit einem Zug der Zentralbahn zusammen. Drei Menschen starben, fünf wurden verletzt.

Die SBB hat nach eigenen Angaben vom vergangenen August seit 2004 rund 550 Bahnübergänge saniert. Bis Ende Jahr will sie auch noch die letzten zehn verbleibenden Übergänge sichern.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Mehr, 9533 Kirchberg
    Die Frage ist nicht, dass sie nicht Können. Sie wollen nicht,da niemand die Verantwortung für die Vergabe der Projekte haben will. Es gäbe genügend Firmen in der Schweiz denen man solche Projekte vergeben könnte um in der nützlichen Frist fertig zu Werden.Leider wollen sie immer alles selber machen. Jetzt ist der Zug halt schon abgefahren und ich bin überzeugt dass sie in 3 Jahren nicht weiter sind. Ich bin dann gespannt auf die Ausrede.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Wetten, dass, wäre der Unfall von Wolfenschisssen in Doris leuthards Heimatkanton Aargau passiert, die Bahnübergänge sofort hätten saniert werden müssen. Muss es zuerst einen weiteren gravierenden Unfall geben, bevor schnell und nicht erst in 2 Jahren gehandelt wird? Nur mit einem Gesuch ist das Übel noch lange nicht beseitigt. Und ob die Bahnübergänge zum verschobenen Termin auch wirklich saniert sind, ist eine zweite Frage. Da wird es noch einige Stolpersteine geben.
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  • Kommentar von M. Steiner, Winterthur
    Jedem Privaten, der eine ähnlich gelagerte Behördenfrist verstreichen lässt (sei es zur Sanierung seiner Heizung oder zum Vorführen seines Autos) steigt der Staat dermassen auf die Bude. Wenn staatliche Betriebe davon betroffen sind, und sei es durch selbstveranstaltete Salamitaktik, kommt er damit immer durch. Das darf nicht sein. Interessen sind nicht automatisch höher, weil der Umsatz dies ist! Die Entscheidung ist eine handfeste Sauerei.
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