Millionen gegen Minen

Die Schweiz hat im vergangenen Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag im internationalen Kampf gegen Minen eingesetzt. Damit gehört das Land zu den wichtigsten Geldgebern.

Zwei Minenentschärfer bei der Arbeit Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Schweiz unterstützt Minenräumungs-Projekte, zum Beispiel in Kambodscha. Reuters

Insgesamt 18,5 Millionen Franken gab die Schweiz im Jahr 2015 für den internationalen Kampf gegen Munitions-Blindgänger und Minen aus, wie der Bund im Jahresbericht seiner Minenräumungsprogramme schreibt. Demnach gehört die Schweiz zu den wichtigsten Geberländern.

Etwa die Hälfte des zweistelligen Millionenbetrags hat der Bund an das Genfer Zentrum für humanitäre Minenräumung überwiesen. Dieses gelte als Kompetenzzentrum im Kampf gegen die Sprengkörper. Weitere Gelder habe man auf diplomatischer Ebene eingesetzt, aber auch für konkrete Räumungsprojekte in aktuellen und ehemaligen Krisengebieten.

Darunter sind Länder wie Kolumbien, Afghanistan, Kambodscha oder Kongo-Kinshasa. Die Schweiz schickt auch eigene Leute vor Ort: Im Schnitt seien im Jahr 2015 zehn hiesige Spezialisten und Spezialistinnen weltweit im Einsatz gewesen.

Trotz Verbot: Einsatz von Minen steigt an

Der Einsatz der Schweiz ist wichtig, wie der aktuellste Landminenbericht vom November 2015 zeigt: Laut der Organisation Handicap International unterstreiche er «den erheblichen und besorgniserregenden Anstieg» des Einsatzes von Minen und Sprengkörpern durch nicht-staatliche bewaffnete Gruppen. Zehn Länder seien betroffen, so viele wie seit 2006 nicht mehr: Afghanistan, Kolumbien, Irak, Libyen, Myanmar, Pakistan, Syrien, Tunesien, Ukraine und Jemen.

Die Zahl der durch Landminen verletzten oder getöteten Menschen steigt zudem. Im Jahr 2014 gab es mehr als 3600 Opfer, wie Handicap International unter Berufung auf den Landminenreport schon Ende letzten Jahres mitteilte. Das entspreche einem Anstieg um 12 Prozent, nachdem die Zahl der Opfer im Vorjahr einen Tiefstand erreicht hatte.

Der Einsatz Landminen und Streumunition ist seit Inkrafttreten eines internationalen Vertrages im Jahr 2010 verboten. Laut UNO-Angaben weiss niemand, wie hoch die Zahl verlegter Minen und Blindgänger ist. Die Entschärfung der Waffen sei besonders in Regionen wichtig, in die Flüchtlinge zurückkehren wollen. Denn Leidtragende der gefährlichen Waffen sind zu 79 Prozent Menschen aus der Zivilbevölkerung.