Missbrauchs-Opfer erleichtert über Verhaftung

Ein in der Schweiz verurteilter Mann, der jahrelang seine Tochter und deren Freundin sexuell missbraucht hatte, ist in Thailand verhaftet worden. Eines der beiden Opfer zeigt sich froh über die Festnahme. Die Frau hofft, dass der Täter jetzt seine Strafe verbüssen muss.

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Missbrauchs-Opfer erleichtert über Verhaftung

2:21 min, aus Schweiz aktuell vom 25.1.2013
Männerhand umklammert Kinderhand. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Mädchen waren dem Martyrium ihres Peinigers mehrere Jahre lang ausgesetzt. colourbox/symbolbild

Für die beiden Opfer endet mit der Verhaftung die Ungewissheit. Eines der Opfer sagt zu «Schweiz aktuell», es sei froh über die Entwicklung. «Aber ich bin auch überrascht, dass es plötzlich so schnell ging. Immerhin war der Mann mehr als ein Jahr in Thailand auf freiem Fuss.» Wichtig sei jetzt, dass der Täter in der Schweiz seine Strafe verbüssen müsse.

Der Täter hatte im Kanton St. Gallen während mehrerer Jahre seine Tochter anfangs wöchentlich, später täglich im Schlafabteil seines Lastwagens, in der Wohnung oder in einem Keller vergewaltigt. Auch bei einer Freundin der Tochter soll es immer wieder zu sexuellen Übergriffen gekommen sein. Die Mädchen waren zwischen sechs und zehn Jahre alt.

Der Mann soll die Mädchen auch gefilmt und anderen Männern angeboten haben. Der Missbrauch an den beiden Mädchen fand erst ein Ende, als sich die Eltern trennten und der Vater nach Zürich zog.

Auslieferungsgesuch ist gestellt

Der Mann, der 2011 in der Schweiz verurteilt wurde, hatte sich mit seiner thailändischen Ehefrau in ihre Heimat abgesetzt. Er bezog eine IV-Rente. Diese sei seit der Verhaftung letzte Woche aber eingestellt, heisst es beim Bundesamt für Sozialversicherung auf Anfrage der Sendung «Schweiz aktuell».

Die St. Galler Staatsanwaltschaft bestätigte die Verhaftung in Thailand, die vom «Tages-Anzeiger» publik gemacht worden war. Die Vollzugsbehörde des Kantons St. Gallen habe über die zuständigen Bundesbehörden an Thailand ein Auslieferungsgesuch gestellt, liess das Amt für Justizvollzug des Kantons St. Gallen verlauten.