Mit dem Baurecht gegen ein Armenier-Denkmal

Der Kanton Genf bewilligt den Bau eines Mahnmals für die ermordeten Armenier. Doch der Streit ist damit noch nicht beendet: Das Denkmal in einem Park verärgert die Türkei, geniert das Aussendepartement und erzürnt auch etliche Anwohner.

Blumengestecke mit Schleifen, darauf aufgedruckt: Im Gedenken an 1915 (in Französisch). Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gedenken in Genf ans Massaker der Armenier: Der Streit um ein Mahnmal geht in eine neue Runde. Keystone

Der Massenmord an den Armeniern 1915 gilt gemeinhin als Blaupause für spätere Völkermorde. Die Armeniergemeinschaft der Schweiz ist in der Stadt Genf deshalb mit ihren Plänen zum Bau eines Armenier-Mahnmals auf Wohlwollen gestossen. Doch die Nachbarschaft zur UNO stiess auf vehementen Widerstand der Türkei, die den Völkermord an den Armeniern bestreitet.

Türkei will Mahnmal verhindern

Der Fall belastete die diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und der Türkei massiv, der politische Druck aus Bern auf den Kanton war gross.

Schliesslich bestand der guteidgenössische Kompromiss darin, den Standort um 1,5 Kilometer in den Trembley-Park zu verlegen. Wie die «Tribune de Genève» schreibt, hat der Kanton Genf den Bau jetzt bewilligt.

Dagegen wehrt sich jedoch SVP-Nationalrat Yves Nidegger als Anwalt von 14 Anwohnern. Man müsse sich das mal vorstellen, sagt er: Neun Leuchten, jede fast zehn Meter hoch; das sei wirklich monumental. Die Anwohner wollten einfach nicht, dass so ein Denkmal in ihrem Park gebaut werde.

Nidegger war Perinceks Anwalt

Der Park sei «die grüne Lunge des Quartiers», so Nidegger, der als Anwalt bereits erfolgreich den türkischen Völkermord-Leugner Dogu Perincek gegen die Schweiz vertreten hatte. Nun kämpft er mit dem Baurecht gegen das Denkmal. Ein Streit, der sich hinziehen dürfte.