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Schweiz Mit höheren Lohnabzügen die AHV retten

Höheres Rentenalter, tiefere Renten aus der zweiten Säule, aber 70 Franken mehr AHV: So will die zuständige Kommission des Ständerats die Altersvorsorge sichern. Um das zu erreichen, müssten Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 0,3 Prozent mehr AHV bezahlen. Arbeitgeber wehren sich.

Ein Plakat an einer Demonstration.
Legende: Angerührt werden die Renten früher oder später auf jeden Fall – nur wie, das ist noch nicht klar. Keystone

Wer 6000 Franken verdient, bezahlt 252 Franken davon in die AHV ein. Der Arbeitgeber schiesst nochmals gleich viel nach. Das sind je 4,2 Prozent. Diese Zahl ist seit 1975 unverändert.

Nun will der Bundesrat und mit ihm die ständerätliche Kommission diese sogenannten Lohnabzüge um je 0,3 Prozent erhöhen – in unserem Beispiel also um je 18 Franken. «Auf den ersten Blick scheint dies sehr moderat zu sein», sagt Martin Kaiser, zuständig für Sozialpolitik beim Schweizerischen Arbeitgeberverband. Aber er fügt an: «Jede zusätzliche Belastung erschwert die Erhaltung der Arbeitsplätze. Wir sind immer noch daran, den Frankenschock zu verdauen. Es droht allein in den nächsten Monaten ein Abbau von 30‘000 Arbeitsplätzen.»

Arbeitnehmer sind sich uneinig

In dieser schwierigen Situation dürften die Lohnkosten für die Unternehmer nicht noch weiter erhöht werden, sagt Kaiser. Auch wenn es um Prozentbereiche hinter der Kommastelle gehe. Ganz ähnlich tönt es auch beim Schweizerischen Gewerbeverband.

Uneinig sind sich hingegen die Arbeitnehmer: Der Schweizerische Gewerkschaftsbund findet laut einer Mitteilung, die Anhebung der Lohnabzüge sei nicht nur für die Arbeitgeber, sondern auch für die Arbeitnehmer verkraftbar. Schliesslich sei dieser Satz seit über 40 Jahren unverändert.

Der Verband Angestellte Schweiz hingegen stellt sich auf die Linie der Unternehmer und lehnt die Anhebung der Lohnprozente mit dem Argument ab, diese Massnahme würde die Arbeit in der Schweiz verteuern und die aktive Erwerbsbevölkerung benachteiligen.

Beiden Seiten geht es um Grundsätzliches

Die zusätzlichen 0,3 Prozent Lohnabzug zur Finanzierung der Rentenreform sind also umstritten. Beiden Seiten geht es dabei aber weniger um 18 Franken bei einem Lohn von 6000 Franken, sondern um grundsätzliche politische Fragen. Während die Arbeitgeber wie gewohnt mehr Flexibilität fordern, wollen die Arbeitnehmer – ebenfalls nicht unerwartet – mehr finanzielle Sicherheit.

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53 Kommentare

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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    70% waren gegen die Erbschaftssteuer und somit für weniger AHV. Ja meine lieben Wähler begreift ihr nicht, was für ein Zettel ihr da in den Schlitz werft und was das für Auswirkungen hat? Wer nicht denken will muss fühlen. Weniger Rente für ein nicht denkendes Volk ist richtig - Dummheit gehört bestraft.
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Milos Cekovic, die aktuellen Rentner sinds, die plus minus 40 Jahre einbezahlt haben. Die meisten unsrer Generation haben haben ihren Ruhestand mehr als verdient! Viele von ihnen haben noch nichtmal eine Pension, nur AHV. Denen, die Ihr Rentenalter eh gar nicht hier in der Schweiz erleben wollen, ist es heute wohl auch egal, wenn uns Alten, sparsamen Leute die Renten zum Leben kaum reichen oder gar gekürzt würden.
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  • Kommentar von P. Stalder, Luzern
    Fazit aus diesem Bericht "Beiden Seiten geht es um Grundsätzliches", also nicht um die lösungsorientierte Sache: Somit werden bis zur Konsensfindung noch viele viele Jahre vergehen...
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