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Schweiz Mowag: Profiteur der umstrittenen Duro-Sanierung

Der Kreuzlinger Rüstungskonzern wird die hauseigenen Armee-Fahrzeuge aufrüsten – für satte 500 Millionen Franken. Die wichtigsten Fakten, Zahlen und Wissenswertes zu Mowag in der Übersicht.

Der Mowag Unternehmenssitz in Kreuzlingen, davor ein Armeefahrzeug.
Legende: Der Grossauftrag gibt dem Kreuzlinger Rüstungskonzern Planungssicherheit für die nächsten Jahre. Keystone

Darum ist der Auftrag so wichtig für die Mowag:

Für die rund 600 Angestellten in Kreuzlingen bedeutet der Auftrag der Schweizer Armee, dass die Arbeit auf Jahre hinaus gesichert ist. 2200 Duro-Lastwagen werden rundum erneuert – pro Fahrzeug werden über 200'000 Franken investiert. Für den grössten Arbeitgeber in Kreuzlingen ist der Auftrag auch wichtig, weil er kein Schweizer Konzern mehr ist: Die Mowag gehört seit 2003 einem der weltgrössten Rüstungskonzerne in den USA, der General Dynamics. Mit dem Auftrag der Schweizer Armee liefert die Mowag dem Mutter-Konzern den Beweis, dass es sich lohnt, in der teuren Schweiz zu produzieren.

Stillschweigen über Aufträge aus dem Ausland:

Über ausländische Aufträge ist von der Mowag wenig zu erfahren. Die SRF-Wirtschaftssendung «ECO» recherchierte vor drei Jahren, dass der Kreuzlinger Rüstungskonzern zwei Drittel des Umsatzes im Ausland erzielt – vor allem in Europa und Kanada. Der jüngste Auftrag, von dem man in der Öffentlichkeit gehört hat, kommt aus Dänemark. Die dortige Armee hat Anfang Jahr über 300 Radpanzer im Gesamtwert von 600 Millionen Franken bestellt. Die dänische Armee will die Radpanzer der Mowag für ihre Friedensmissionen benutzen, die sie für die UNO leistet. Dieser Auftrag alleine beschert den Mowag-Angestellten Arbeit bis ins Jahr 2023.

Drastischer Stellenabbau während der Finanzkrise:

Die Finanzkrise 2011 hat die Rüstungsindustrie weltweit hart getroffen. In Kreuzlingen kamen nur noch spärlich Aufträge rein. Zunächst gab es bei der Mowag Kurzarbeit. Im Jahr 2012 musste die Firma dennoch über 200 Stellen abbauen. Vor dem Stellenabbau waren es laut Gewerkschaften noch 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die gepanzerte Radfahrzeuge herstellen.

Armeeauftrag stärkt den Standort Schweiz:

Die Mowag dürfte innerhalb des Gesamtkonzerns eine kleine Nummer sein, wenn man den Gesamtumsatz von General Dynamics anschaut. Die Amerikaner setzen 31 Milliarden Dollar im Jahr um. Das meiste Geld wird mit Geschäftsflugzeugen und Panzern verdient. Mit dem jüngsten Millionenauftrag der Schweizer Armee kann die Firma in Kreuzlingen den Managern in den USA beweisen: Der Standort in der Schweiz ist konkurrenzfähig.

In amerikanischer Hand

In amerikanischer Hand

Die Mowag ist eine Tochter des Rüstungskonzerns General Dynamics. Innerhalb des Mutterkonzerns gehört die Mowag zum europäischen Ableger mit Hauptsitz in Spanien. In Europa sind es inklusive Mowag neun Länder, in denen gepanzerte Fahrzeuge, Munition, Artillerie-Syteme, und auch mobile Brückenlösungen für das Militär hergestellt werden.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Sascha Freitag (SF)
    Und ich musste mir aus einem Fuhrpark auf dem Feld einen fast 30 jährigen noch fahrfähigen Unimog raus suchen. Danach kam der Duro, und der muss jetzt schon erneuert werden? Das sind ja bald Verfallszeiten, wie bei gewöhnlichen Gebrauchsgegenständen.
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  • Kommentar von paul waber (sandokan)
    Mir leuchtet nicht ein, weshalb ein Mercedes Mannschaftstransporter für unsere Armee nicht taugen sollte, wenn diese in vielen Entwicklungsländern unter den härtesten Bedingungen zuverlässig laufen. Hat man mal einen DURO ein paar Monate in den Hindukusch zum Belastungstest geschickt? Die paar Waldwege in der Schweiz sind ja wohl kein Massstab.....
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    1. Antwort von Tobias Hofer (Tobias Hofer)
      Soweit ich weiss gehört Angriffskriege führen nicht zu den Aufgaben der Schweizer Armee. Schon gar nicht im Hindukusch. Und warum sollte die Schweiz als Testgebiet für einen allfälligen Einsatz in der Schweiz nicht geeignet sein?
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  • Kommentar von Turi Schimmel (Turi Schimmel)
    Wie wäre es, wenn der Bundesrat mal die konkreten Zahlen bzw. Kosten der auszuführenden Arbeiten preisgibt? Ein Neukauf mit anschliessendem Verkauf der alten Duro wär ganz sicher günstiger. Wieder mal ein Beschiss am Volk und Steuerzahler!
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