Nach der Sturmnacht: Zahl der Verletzten fast verdoppelt

Der Tag nach dem Unwetter in Biel: Langsam wird das Ausmass der Zerstörung deutlicher. 76 Menschen wurden verletzt, 15 von ihnen befinden sich noch in Spitalpflege. Der Schaden an der Infrastruktur ist noch nicht beziffert. Die Wettkämpfe am Eidgenössischen Turnfest gehen indes weiter.

Am Donnerstagabend zog eine Gewitter-Superzelle über die Region Biel – und damit auch über das Gelände des Eidgenössischen Turnfestes. Sturmböen richteten grossen Schaden an. Insgesamt wurden 76 Personen verletzt.

Zunächst war die Rede von 39 Personen. Offenbar haben sich die zusätzlich gezählten Personen selbstständig in Kliniken begeben, wie die Kantonspolizei erklärte. 15 Verletzte befinden sich noch immer in verschiedenen Spitälern in Pflege. Eine Frau und ein Mann sind schwer verletzt.

Die Kantonspolizei Bern hat derweil Ermittlungen aufgenommen um die genauen Umstände der Ereignisse zu klären. Unter anderem wird geklärt, auf welche Weise sich die betroffenen Personen verletzten.

Wettkampfbetrieb geht weiter

Um den Hergang der Ereignisse zu rekonstruieren, setzten Spezialisten der Kantonspolizei Bern in Ipsach auch technische Hilfsmittel ein. Namentlich kamen ein Mini-Helikopter und ein Scanner zum Einsatz. Zudem wurden mehrere Personen befragt. Weitere Befragungen sollen folgen.

Der Wettkampfbetrieb ist inzwischen wieder in vollem Gange. Helfer und Organisatoren haben die Zelte und Stände grösstenteils neu aufgebaut. Der Wettkampf, der am Donnerstag abgebrochen werden musste, soll am Sonntag nachgeholt werden.

Es ist bereits das zweite Mal, dass das Turnfest von einem Sturm heimgesucht wird. Bereits am Eröffnungsabend vor einer Woche fegten Orkanböen über das Festgelände und richteten grossen Schaden an. Die Feier musste verschoben werden. Damals wurden drei Personen leicht verletzt.

Bedauern und Betroffenheit

Mitgefühl, Bedauern und Betroffenheit, so lassen sich die Reaktionen der Amtsträger zusammenfassen. Die Berner Kantonsregierung drückte den Betroffenen ihr Mitgefühl aus. Gleichzeitig dankte der Regierungsrat auch allen Rettungskräften für ihren grossen Einsatz.

Nationalratspräsidentin Maya Graf drückte am Freitagmorgen ihr Bedauern über die Folgen des Unwetters am Turnfest aus. Sie wünsche im Namen des Rates allen Verletzten rasche und gute Genesung, sagte Graf zu Beginn des letzten Sessionstages.

Den Organisatoren und Turnern wünsche sie die Kraft, einen guten Abschluss des Turnfestes zu finden. Dieses sei von sehr viel Pech verfolgt gewesen. Eine ähnliche Formulierung benutzte auch Sportminister Ueli Maurer. Lesen Sie hier mehr.