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Nach SP-Absage für Ständerat Daniel Jositsch tritt aus der SP aus und kandidiert 2027 erneut

  • Der Zürcher Ständerat Daniel Jositsch tritt bei den Wahlen 2027 wieder an, allerdings ohne seine Partei im Rücken.
  • Nach vielen Jahren kommt es zum Bruch mit der SP.
  • Die Delegierten der SP haben dem 61-jährigen Politiker vor einer Woche eine Abfuhr für eine weitere Kandidatur erteilt.

Daniel Jositsch tritt per sofort aus der Sozialdemokratischen Partei aus. Auch die Fraktion wird er verlassen. Vor den Medien sagte er am Donnerstag zu seinem Entscheid: «Ich wäre lieber in der SP geblieben.» Er kämpfe nicht gegen seine ehemalige Partei, sondern für einen Ständeratssitz.

Gespräche mit anderen Parteileitungen oder Fraktionen haben nicht stattgefunden.
Autor: Daniel Jositsch Ständerat Zürich

Jositsch wird nächste Woche als Parteiloser in die Session zurückkehren. «Ich bin sehr gerne Ständerat im Kanton Zürich», sagt er. Und er wolle es bleiben. Der Zuspruch aus der Bevölkerung gebe ihm recht.

Mann in Anzug und Krawatte gestikuliert beim Sprechen.
Legende: Am Donnerstag informierte Daniel Jositsch über seine Pläne. KEYSTONE/Claudio Thoma

Klar sei: Eine eigene Partei werde er nicht gründen. Auch Informationen, wonach er bereits Gespräche mit den Leitungen anderer Parteien oder Fraktionen geführt haben soll, dementierte Jositsch: «Solche Gespräche haben nicht stattgefunden.»

Aktuell müsse er auch keiner Fraktion beitreten – denn er sei für vier Jahre in die Kommissionen gewählt. Spätestens Ende 2027 wolle er jedoch auf andere Fraktionen zugehen. Infrage kämen laut ihm ausschliesslich die Mitte oder die FDP.

Krise zwischen Jositsch und der SP

Über zehn Jahre sass Daniel Jositsch für die SP im Ständerat, zuvor war er Nationalrat. Vor einer Woche haben die Delegierten der Partei entschieden, dass sie bei den Wahlen im nächsten Jahr nicht mehr mit Jositsch antreten wollen. Eine andere Kandidatin oder ein anderer Kandidat soll den Sitz sichern. Genannt wird immer wieder SP-Nationalrätin Jacqueline Badran.

Wir halten am Ziel fest, den Zürcher Ständeratssitz zu verteidigen.
Autor: Michèle Dünki-Bättig Co-Präsidentin SP Kanton Zürich

Jositschs Bruch mit seiner Partei kommt nicht überraschend. Zwischen ihm und der SP kriselte es in der Vergangenheit immer wieder. Er wich mehrfach von der Parteilinie ab. Das reine Frauenticket der SP für die Bundesratswahl 2022 bezeichnete er als «diskriminierend». Die Partei, das sei für ihn klar, wolle ihren sozialliberalen Flügel in der heutigen Form nicht mehr und sei auf Linkskurs.

Die Kantonalzürcher SP bedauert den Entscheid von Daniel Jositsch. In einer Mitteilung bedankt sich die Parteileitung bei ihm. Co-Präsidentin Michèle Dünki-Bättig sagt: «Wir halten am Ziel fest, den Zürcher Ständeratssitz 2027 mit einer sozialdemokratischen Kandidatur zu verteidigen.» Wen sie ins Rennen schicken, entscheiden die Delegierten im nächsten Mai.

Natalie Rickli gibt Interesse bekannt

Gegenüber dem Tages-Anzeiger gab am Donnerstag überraschend auch die amtierende Zürcher SVP-Regierungsrätin Natalie Rickli ihr Interesse am Ständeratssitz bekannt. Sie prüfe eine Kandidatur.

Person mit Brille gestikuliert, unscharfer Hintergrund.
Legende: Natalie Rickli ist seit Mai 2019 Regierungsrätin und Zürcher Gesundheitsvorsteherin. KEYSTONE/Andreas Becker

Daniel Jositsch sagte, er könne seine Chancen bei den Ständeratswahlen nicht einschätzen, weil es keine vergleichbaren Fälle gebe. Er rechne jedoch mit einem anspruchsvollen Wahlkampf.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 29.5.2026, 17:30 Uhr ; 

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