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Gebiet Nördlich Lägern Nagra reicht sechs Bohrgesuche für mögliche Atommüll-Lager ein

Legende: Video Nagra stellt neue Bohrgesuche abspielen. Laufzeit 0:20 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 24.08.2017.
  • In den Zürcher Gemeinden Stadel, Weiach, Glattfelden, Eglisau und Bülach will die Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) Sondierbohrungen durchführen.
  • Die Sondierbohrungen erlauben den Geologen, präzise Aussagen über den Aufbau und die Eigenschaften der Gesteinsschichten zu machen.
  • Damit soll sich zeigen, ob sich die Schichten eignen, um ein Tiefenlager für Atommüll zu bauen.

«Voraussichtlich werden nicht alle Bohrungen durchgeführt», sagte Nagra-Geschäftsleitungsmitglied Maurus Alig vor den Medien in Stadel. In dieser Gemeinde haben die Verantwortlichen zwei Bohrplätze ausgesucht, in den anderen Gemeinden jeweils einen.

Vorangegangen war eine Untersuchung der Region Nördlich Lägern mit der 3D-Seismik-Methode. Mittels Schallwellen sucht man dabei nach geeigneten Gebieten.

Kernkraftwerk Goesgen
Legende: Eine Dampffahne aus verdunstetem Kühlwasser strömt aus dem Kühlturm des Kernkraftwerks Gösgen. Keystone

«Bohrarbeiten sind für die Anwohner mit Umtrieben verbunden»

Die Bohrplätze werden über ein Jahr bestehen: Drei Monate dauern die Vorbereitungsarbeiten, mehrere Monate bis zu einem Jahr wird gebohrt. Die Bohrungen werden rund um die Uhr, sieben Tage in der Woche durchgeführt – die Maschine steht nie still.

«Wir wissen, dass die Bohrarbeiten für die Anwohner mit Umtrieben verbunden sind», sagte Herwig Müller, Leiter Feldarbeiten bei der Nagra. Deshalb werde man sich an den Lärmgrenzen für Industrie- und Gewerbezonen orientieren anstelle der weniger strengen Auflagen für Baustellen.

Standort muss weiter untersucht werden

Das Gebiet Nördlich Lägern ist erst seit vergangenem Juli wieder im Gespräch. Die Nagra hatte vorgeschlagen, das Gebiet zusammen mit drei anderen zurückzustellen und sich auf das Zürcher Weinland sowie das Gebiet Jura Ost zu konzentrieren.

Die Eidgenössische Kommission für nukleare Sicherheit (KNS) kam jedoch zum Schluss, dass die vorhandenen Daten nicht ausreichten, um eindeutige Nachteile für Nördlich Lägern zu erkennen. Das Eidgenössische Nuklearinspektorat (ENSI), beschloss daraufhin, dass der Standort weiter untersucht werden solle.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Nour Helena Hänggi (nourhelena)
    Für die Schweiz gibt es kein sicheres Endlager welches die Sicherheit der Bevölkerung garantiert, denn wir sind ein kleines Land. In Europa bestehen jedoch sehr sichere und bewährte Endlager und der Transport dorthin könnte nur in kleinen Mengen und über Jahre hinweg erfolgen (Norden, z.B. Finnland). Sollte jedoch die Suche nach einem näheren schon bestehenden Endlager sein, so hat es auch welche in Frankreich. Wir müssen unser Inselleben in dieser Beziehung verlassen.
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    1. Antwort von Samuel Röthlisberger (S.Roethlisberger)
      Frau Hänggi, sie haben doch nicht ernsthaft das Gefühl, dass irgend ein anderer Staat freiwillig mehr als seinen eigenen Atommüll endlagert? Das hätten sich unsere Vorväter überlegen sollen, bevor sie diesen Chabis bauten.
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    2. Antwort von Arnold Weiss (A.Weiss)
      Die Bevölkerung dieser Staaten wehren sich doch zum Teil schon gegen ihren eigenen Atommüll. Dann werden sie den Atommüll der Schweiz nur zu exorbitant hohen Preisen lagern, wenn überhaupt. Fakt ist: Wegen der Atommüllproblematik lässt sich kein nachhaltiger Atomstrom erzeugen. Würden die Kosten des Endlagers, dessen schädliche Auswirkungen auf die Umwelt und die 100'000 Jahre lange notwendige Überwachung in den Strompreis miteigerechnet ... Sie können es sich denken..!
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Die Nagra borht seit mehr als 30 Jahren Löcher in die Schweiz, um ebendas herauszufinden. Wie lange soll das denn noch dauern? Wie wenn nicht schon geeignete Standorte gäbe... Die St. Florianspolitik ist es, die man endlich mal durchbohren müsste! Und ja: von mir aus macht in meinem Garten ein Loch, ist mir doch Wurst!!!
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    1. Antwort von Arnold Weiss (A.Weiss)
      Die Schweiz hat nunmal keine Standorte, wo eine 100'000 Jahr lange, sichere Aufbewahrung des Atommülls gewährleistet ist. Wenn wir ehrlich sind, gibt es einen solchen Ort der ganzen Welt nicht..! Ein Atomunfall ist nicht das KO Kriterium des Atomstroms (auch wenn ein solcher verheerend wäre). Nein, es ist der Atommüll! Eine nachhaltige, bezahlbare Lösung für dieses Problem gibt es schlicht und einfach nicht.
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