Die FDP hat an ihrer Delegiertenversammlung nicht nur ihre Parolen beschlossen, sondern auch den Wahlkampf für die National- und Ständeratswahlen 2027 lanciert. Wie die Partei künftig punkten will und welche Themen heikel sind, erklärt SRF-Inlandredaktor Elmar Plozza.
Mit welchen Themen will die FDP im Wahljahr 2027 punkten?
Die FDP arbeitet mit dem Wecker als Symbol für engagierte und leistungsbereite Menschen. Ausserdem verwendet sie den Slogan «Keinen Rappen neue Steuern». Damit will die FDP klar machen, dass sie für einen schlanken Staat einsteht. Die Freisinnigen haben sich rechts der Mitte positioniert. Sie wollen neben dem ÖV auch Autobahnen ausbauen. Das Wachstum der Bundesverwaltung müsse gebremst werden. Und nach dem Willen der FDP soll für den Mittelstand der Traum vom Eigenheim wieder möglich sein.
Was sind die Chancen für die FDP im Wahljahr?
Klare Positionen und klare Botschaften können einer Partei in Wahlkämpfen helfen. Für Bürgerinnen und Bürger wird verständlich, wofür sie einsetzt und was ihre Schwerpunkte sind. Und die FDP bemüht sich genau darum. Im Vergleich zur Wahlkampagne 2023 will die FDP im bevorstehenden Wahlkampf weniger «verkopft» wirken – und dafür zugänglicher und plakativer daherkommen. Mit den Themen Arbeit, Sicherheit und Infrastruktur setzt sie auf Themen, die zur DNA des Freisinns passen.
Was sind die Risiken für die FDP?
Die FDP will keine neuen Steuern oder Abgaben zugunsten der AHV, sondern setzt auf strukturelle Reformen. In der Konsequenz bedeutet das ein höheres Rentenalter. Das ist Wahlkampfzeiten ein heikles Thema. Und auch die Europapolitik wird nächstes Jahr die Schweiz beschäftigen, allenfalls sogar in einer Volksabstimmung. Die FDP hat sich an ihrer Delegiertenversammlung im letzten Herbst mit deutlicher Mehrheit für das neue Vertragswerk mit der EU ausgesprochen. Aber die Diskussionen um das Ständemehr zeigen, dass nicht alle in der FDP an einem Strick ziehen. Die Europa-Frage birgt für die Freisinnigen ein gewisses Unruhepotenzial.