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Schweiz Neonazi-Morde: Deutschland kritisiert Schweizer Polizei

Die Schweizer Polizei half den Deutschen bei der Aufklärung einer Neonazi-Mordserie. Doch Dank gibt es dafür nicht. Die Beamten hätten sich bei Befragungen zum «Nationalsozialistischen Untergrund» (NSU) zu schnell mit Lügen abspeisen lassen, heisst es. Die «Rundschau» berichtet.

Legende: Video Neonazi-Morde in Deutschland abspielen. Laufzeit 12:30 Minuten.
Aus Rundschau vom 10.04.2013.

Die Einvernahmen in der Schweiz fanden erst lange nach der Mordserie statt. Die Täter waren tot oder hinter Gittern. Jetzt hagelt es Kritik aus Berlin. Die Schweizer Polizei hätte schneller zur Aufklärung beitragen können. «Die Einvernahmen in der Schweiz waren ärgerlich», sagt Wolfgang Wieland, Grünen-Obmann des NSU-Untersuchungsausschusses in der «Rundschau». «Man hätte sich nie mit Lügen abspeisen lassen dürfen.»

Legende: Video NSU-Untersuchungsausschuss kritisiert Schweizer Polizei abspielen. Laufzeit 00:33 Minuten.
Aus News-Clip vom 10.04.2013.

Gemeint ist vor allem der Berner Oberländer Anton G. Lange habe G. behauptet, ein Paket mit der Ceska sei bei ihm zuhause nie angekommen, sagt Wieland. Erst nach mehreren Befragungen habe er es schliesslich zugegeben. Es sei viel Zeit verloren gegangen. «Dass man jemanden mit tausend Lügen nach Hause schickt, das gibt es in keinem Tatort», meint Wieland weiter.

Ein schwerer Vorwurf an die Schweizer Behörden.Thomas Sollberger, Chef der Kriminalpolizei Bern, weist ihn von sich: «Wir habe mit den deutschen Behörden sehr gut zusammengearbeitet. Bei verschiedenen Einvernahmen waren deutsche Kollegen anwesend. Dass die Kritik jetzt durch die Hintertür auf politischer Ebene kommt, ist sehr erstaunlich.»

Mordwaffe stammt aus der Schweiz

Die Waffe, mit der deutsche Neonazi-Terroristen zwischen 2000 und 2006 neun Ausländer erschossen haben, stammt aus der Schweiz. Über die Waffe, eine Ceska 83, fand die Polizei schnell die Spur zu den Mördern. Es handelt sich um ein rechtsradikales Trio aus dem deutschen Thüringen.

Wie die «Rundschau» weiter berichtet, müssen drei Schweizer am Mordprozess in München als Zeugen aussagen. Sie hatten alle drei die Waffe in ihrem Besitz.

Die Wege, welche die Pistole genommen hat, sind noch nicht vollständig geklärt. Der letzte mutmassliche Besitzer der Ceska 83, Hans-Ulrich M., steht unter Verdacht, die Waffe nach Deutschland geschmuggelt zu haben. Der Prozess, der weltweit für Aufsehen sorgen wird, beginnt in einer Woche.

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54 Kommentare

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  • Kommentar von Heinrich von Braun, Stuttgart - großer Kanton
    Eigentlich, liebe Leser, liebeSchweizer, bin ich erschüttert über manche Kommentare hier. Statt sachbezogen sich mit der Angelegenheit auseinanderzusetzen wird wild pauschal über Deutschland, oder von der anderen Fraktion über die Schweiz hergezogen. Ich frage ganz reisserisch: was soll dieser Blödsinn? Wo ist denn überhaupt der Unterschied zwischen Deutsch und Schweiz? was trennt uns denn überhaupt? Wenn Sie liebe Leser ganz ehrlich sind doch nur der Rhein sonst überhaupt nichts!!! Euer H.v.B.
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    1. Antwort von Bernhard Meile, Schüpfen
      Ja, Sie haben so recht. Warum muss man, gerade wenn man helfen will, wie in diesem Fall, immer über uns herziehen, gleichgültig, worum es geht? Dann bleibt die Reaktion nicht aus. Insgesamt ist dieses Hin und Her natürlich völlig unintelligent und lächerlich. Man könnte einander auch mal dankbar sein, sich respektieren, einen anständigen Umgang auch in Foren pflegen und tragfähige Kompromisse für anstehende Probleme diskutieren. Dabei müssen beide Seiten von ihren Positionen abrücken.
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    2. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Grund falsch Herr Heinrich von Braun aus Stuttgart. - Da gibt es sehr grosse Unterschiede, mehr als Sie es sich nun wirklich vorstellen können.Wir mögen bestimmte Dinge an "gewissen Deutschen" einfach nicht. Und glauben Sie mir, ich kenne die Deutschen von Grund auf wirklich in allen Lagen, seit Jahrzehnten! - Das "neue Deutschland da" wird mir unheimlich und zusehends machtbesessener & machtorientierter. - Das mögen wir von Grund auf nicht.
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    3. Antwort von Hansi Dragoner, Drachenstein
      @Haller: Und was ich nicht mag: Leute die pauschale Vorurteile von sich geben, von sich in der Mehrzahl, also "wir" reden, wo selbstredend die ganze Schweiz gemeint ist und ohne Rücksicht auf Verluste auf gewisse Ethnien eindreschen, weil sie denen per se jede Schandtat unterstellen. Die Steinzeit mit ihrem Drang nach Keulen-Rundumschlägen haben auch heute noch manche sehr verinnerlicht. Neandertal = schönes Tal.
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  • Kommentar von R. Graf, Nordwestschweiz
    Mein Hund ist ein Deutscher und wir verstehen uns prächtig.
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    1. Antwort von Klein Hansli, Oberwil
      @R. Graf, Nordwestschweiz:....und ich durfte mein liebes Meerschweinchen Steinbrück taufen.....
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  • Kommentar von J. Johnson, Vitznau
    @Robert Heydrich, Berlin. Hey Weltbevölkerung, habt ihr das Zitat von Hr. Heydrich gelesen: "Deutschland ist das beliebteste Land der Welt", seit langem die mit Abstand beste Satire-Pointe! Hey Heydrich, Gratulation endlich mal was lustiges von Ihnen. Sind Sie Satiriker? Wenn nicht, sollten Sie unbedingt ab sofort weltweit als Satiriker auftreten. Ich garantiere Ihnen, Sie werden zu 100% auch den langweiligsten Erdenbewohner von den Höcker reissen lassen, welche sich minutenlag halbtotlachen!!!!
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    1. Antwort von Hansi Dragoner, Drachenstein
      @Johnson: Ob Sie das als Satire sehen oder nicht, das interessiert in Deutschland niemanden. Wir in Deutschland haben keine Schuld an der Malaise gewisser Länder im Süden Europas. Selbige sollten sich nicht D-Regierung als Sündenbock aussuchen, damit wird ihre Lage bestimmt nicht besser. Man hat immer noch nicht begriffen, dass andere Staaten wie China, Indien, Brasilien etc. besser geworden sind als sie selbst und sie im Wettbewerb mit fliegenden Fahnen untergehen werden.
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    2. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Herr Hansi Dragoner, das da mit der Schuld an der Malaise, würde ich so nicht in den Raum stellen. - Da gibt es knall-harte Fact's, die deutsch & deutlich eine ganz andere Sprache sprechen. - Schon ihr Alt-Bundeskanzler Helmuth Schmid versuchte (sie alle) auf einige Punkte hinzuweisen, den ihr aber einfach nicht verstehen wollt. - Merke: andere Länder = andere Sitten und es gibt nicht nur das Gross-Deutsche-EU-EURO-Europa !!!
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    3. Antwort von Hansi Dragoner, Drachenstein
      @Haller: Andere Länder, andere Sitten. Leben und leben lassen, das ist auch meine Meinung. Aber dann muss man sich mit dem bescheiden was man hat und sich nach der Decke strecken. Nicht anders rum: Um 20 % höhere Löhne als Deutschland, soziale Wohltaten auf Schuldenbasis im internationalen Wettbewerb nichts anbieten können und dann mit dem dem größten Recht sich anmaßen, dass andere Länder das finanzieren. müssen? So wurde nicht gewettet, diese Rechnung geht nicht auf
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    4. Antwort von Hansi Dragoner, Drachenstein
      @Haller: Länder und Leute, die sich nicht nur nicht solidarisch in Europa verhalten, sondern abmelken und zudem für Unordnung im Finanzgefüge sorgen, sollten lieber schweigen, bevor sich Nonsens von sich geben. Neunmalkluge, Besserwisserei und grundloses Eindreschen auf die Deutschen sozusagen aus dem Fernsehsessel heraus, von solchen Leuten würde ich nicht mal ein altes Fahrrad kaufen wollen.
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    5. Antwort von Robert Heydrich, Zürich/Berlin
      @Johnson - Euer Neid ist unser Stolz.
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