Gesundheit der Bienen Neue Blühstreifen ernähren Bienen und Hummeln

Die Massnahmen gegen das Bienensterben werden weitergeführt. Die Direktzahlungen scheinen sich gelohnt zu haben.

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Bildlegende: Bienen leisten einen unverzichtbaren Beitrag ans Überleben der Menschheit. Keystone/Archiv

Vor zwei Jahren hat der Bundesrat einen Massnahmenplan gegen das Bienensterben beschlossen. Nun liegt ein erster Bericht zur Umsetzung des Massnahmenplans vor.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bestand an Honigbienen ist seit einigen Jahren rückläufig. Die Anzahl Arten von Wildbienen sowie ihre Verbreitung sind lokal und regional zurückgegangen. In den meisten Kulturen tragen Honig- und Wildbienen gleichermassen zur Bestäubung bei. Es gibt auch Pflanzen, die von Wildbienen bestäubt werden.
  • Fazit des bundesrätlichen Bienenberichts 2016: Die Bestäubung der landwirtschaftlichen Kulturen ist in der Schweiz grundsätzlich sichergestellt.
  • Zwecks Erfassung des Zustands der Wildbienenarten in der Schweiz wurde eine neue Methodik zur Aktualisierung der roten Liste der Wildbienen entwickelt.
  • Die 2014 ergriffene Sofortmassnahme Blühstreifen kann einen Beitrag zur Verringerung der Nahrungslücke für die Bienen leisten, wie die bisherigen Forschungen zeigen. Für Blühstreifen werden seit 2015 Direktzahlungen vergeben. Auch Hummeln ernähren sich davon.
  • Bis zu 30 Prozent der in den Feldversuchen auf den Blühstreifen gefunden Arten zählen zu den wichtigsten Bestäubern in landwirtschaftlichen Kulturen.
  • Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist nicht nur dann eingeschränkt, wenn die Bienen in der behandelten Kultur gefährdet ist, sondern auch, wenn ein Risiko für Bienen in benachbarten Parzellen besteht.

Für das Überleben von Honig- und Wildbienen ist der Erhalt von entsprechendem Lebensraum zentral. Die Agrarpolitik 2014-2017 fördert deshalb Blühstreifen mit Direktzahlungen, zusätzlich zu den anderen, für Bestäuber wichtigen Biodiversitätsförderflächen (BFF) wie Buntbrachen, extensiv genutzte Wiesen oder Hecken.

Blühstreifen verbessern das Nahrungsangebot für Bienen in der trachtlosen Zeit, das heisst, wenn das Nahrungsangebot für die Insekten klein wird. Nach der Blütezeit der Obstkulturen, des Rapses und wenn die Wiesen geschnitten stellen sie den Bienen Nahrung zur Verfügung.

Feldversuche der eidgenössischen Forschungsanstalt HAFL haben gezeigt, dass die Versuchsflächen auch von einigen Arten von Wildbienen, die auf der Roten Liste stehen, besucht werden. Die Blühstreifen sind daher eine Dienstleistung am Ökosystem und fördern gleichzeitig selten gewordene Wildbienenarten. Auch für Hummeln und andere Insekten sind die Streifen attraktiv.

Im ersten Jahr nach ihrer Einführung beteiligten sich 449 Betriebe aus 16 Kantonen an der Förderung der Bienen mittels Blühstreifen. Insgesamt wurde eine Blühstreifenfläche von 115,8 Hektaren in der Schweiz angesät. Der Anteil aller BFF an der landwirtschaftlichen Nutzfläche betrug 2015 0,314 Prozent.