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Schweiz Neue Ermittlungen im Fall Luca

Die Walliser Staatsanwaltschaft will im Fall von Luca Mongelli nach elf Jahren neue Zeugen befragen. Dies zeigt ein Brief von Staatsanwalt Nicolas Dubuis an die Familie Mongelli, der «Schweiz aktuell» vorliegt. So sollen im Mai zwei Rettungssanitäter und der ehemalige Chefarzt vorgeladen werden.

Legende: Video Neue Ermittlungen im Fall Luca abspielen. Laufzeit 2:19 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 24.04.2013.

Luca Mongelli liegt am 7. Februar 2002 halbnackt und schwerverletzt im Schnee von Veysonnaz. Die Walliser Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass der Schäferhund der Familie dem damals 7jährigen Knaben die schweren Verletzungen zugefügt hat.

Luca Mongelli liegt nach dem Vorfall mehr als drei Monate im Koma. Dann erwacht er und ist seither blind und querschnittgelähmt.  Der heute 18jährige hat immer wieder ausgesagt, dass ihn vier Jugendliche in den Schnee gedrückt und mit Holzästen geschlagen hätten. Laut der Opferfamilie sollen die Walliser Ermittler diese Theorie aber rasch wieder verworfen und nicht alle wichtigen Zeugen befragt haben.

Privatdetektiv: «Seit elf Jahren nichts gemacht»

Für Fred Reichenbach, der seit 2002 als Privatdetektiv im Auftrag der Familie Mongelli ermittelt, ist klar: «Hier wurden gleich zu Beginn der Untersuchung menschliche Fehler gemacht, indem die Spurensuche vor Ort nicht systematisch durchgeführt wurde. Und diese Fehler haben die ganze Untersuchung bis heute beeinflusst.»

Gegenüber «Schweiz aktuell» fordert der ehemalige Genfer Polizist Reichenbach schon seit längerem: «Der Staatsanwalt soll endlich seine Ermittlungsarbeit machen. Es gibt in diesem Fall enorm wichtige Personen, die bis heute nie befragt wurden, und der Staatsanwalt weiss von dieser Tatsache seit elf Jahren und macht nichts.»

Neue Zeugenbefragung

Kritisiert hat der Privatdetektiv unter anderem, dass im Spital in Sitten angeblich wichtige grünliche Rückstände im Analbereich von Luca entsorgt worden seien, ohne diese für eine Untersuchung aufzubewahren und zu analysieren. Sowohl die beiden Rettungssanitäter der Polizei in Sitten als auch der damalige Chefarzt der Pädiatrie sollen diese Rückstände gesehen haben. Davon ist Privatdetektiv Reichenbach überzeugt.

Nun kommt der Staatsanwalt der Forderung der Opferfamilie nach und will diese Zeugen doch noch befragen. Zu den jüngsten Entwicklungen will sich Staatsanwalt Nicolas Dubuis nicht weiter äussern, da es sich um ein laufendes Verfahren handle.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Heinrich Gretler, Udon
    "...der Staatsanwalt weiss von dieser Tatsache seit elf Jahren und macht nichts." Können Staatsanwälte tun oder auch nichts tun - wie's gerade gefällt? Wer überwacht die Arbeit von Staatsanwälten? Haben Staatsanwälte keine Vorgesetzten? Können Staatsanwälte nicht vor den Kadi zutiert werden? Ist Verfahrensverschleppung kein strafbares Vergehen? Seldwyla lässt grüssen!
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Entschuldigt liebe Walliser Bürger, aber euer Kanton steht nebst dem Graubünden ganz oben auf der "wischen wir das besser unter den Teppich" Liste. Das hatte in der ganzen Schweiz bis in die 80er, 90er Tradition. So manch Politiker oder Beamte wurde dadurch von einer Strafverfolgung geschützt. Leider schwingt diese "Tradition" auch heute noch überall etwas mit, vor allem in den dunkeln Bergtälern und abgelegenen Orten. Aber genau so auch auf dem Lande und in den Städten. Die decken sich!
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