Gesundheitskompetenz fördern Neue Patientenschützerin will Pflöcke einschlagen

Stabswechsel bei der Stiftung für Patientenschutz: Susanne Hochuli beerbt die langjährige Präsidentin Margrit Kessler.

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Susanne Hochuli neue Schweizer Patientenschützerin

Für Patientenschutz in der Schweiz stand in den letzten 18 Jahren ein Name: Margrit Kessler. Sie wurde durch das Amt der Schweizer Patientenschützerin zu einer national bekannten Figur. Nun gibt sie das Amt Ende Jahr ab. Ihre Nachfolge tritt die ehemalige Aargauer Regierungsrätin Susanne Hochuli an.

Hochuli wurde an der gestrigen Generalversammlung des Gönnervereins der Schweizerischen Stiftung SPO Patientenschutz in Bern einstimmig gewählt. «In meinen acht Jahren als Regierungsrätin habe ich viel Wissen über das Gesundheitswesen anhäufen können», sagt sie heute gegenüber SRF.

«Es ist ein harter Kampf», so Hochuli. Es gehe um hohe Kosten und um deren Verringerung. Dabei würden Patientenrechte immer wichtiger. «Es ist wichtig, dass eine Stelle da ist, die sich um die betroffenen Menschen kümmert.»

Die Stiftung Patientenschutz wolle Menschen aber nicht bevormunden, sondern ihre Gesundheitskompetenz fördern, ergänzt Hochuli. Das sei jetzt schon ein Kernanliegen des Patientenschutzes und somit «nichts Neues».

«  Es ist wichtig, dass eine Stelle da ist, die sich um die betroffenen Menschen kümmert. »

Susanne Hochuli
Ab 2018 oberste Patientenschützerin

Pflöcke einschlagen möchte sie beim sogenannten Befähigungsansatz: «Dabei geht es darum, den Menschen die Fähigkeit zu geben, überhaupt selber zu entscheiden und das Heft der eigenen Gesundheit in die Hand nehmen können.»

Optimale Behandlung als Ziel

Als Gesundheitsdirektorin hatte sie diesen Ansatz bereits in die gesundheitspolitische Gesamtplanung aufgenommen. Diese wurde dann allerdings nicht vom Aargauer Parlament verabschiedet. Nun möchte sie das Anliegen weiter vorantreiben und «den Menschen das Selbstvertrauen und das Wissen geben, um sich darum zu kümmern, dass man optimal behandelt wird».

Als erstes gehe es ihr nun aber darum, die Organisation besser kennenzulernen – die Stabsübergabe von Kessler an Hochuli findet erst Ende Jahr statt.