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Schweiz Neue Wege im Kampf gegen Strassenlärm

Beim Thema Strassenlärm bestehen mehrere grosse Irrtümer. Das sagen die Organisatoren der Veranstaltung «Tag gegen Lärm», der am Mittwoch durchgeführt wird.

Legende: Video Steigende Belastung wegen Strassenlärm abspielen. Laufzeit 03:47 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.04.2014.

1,6 Millionen Menschen in der Schweiz leiden unter Strassenlärm. Die Behauptung etwa, moderne Autos seien leiser, betreffe nur den Innenraum der Fahrzeuge. Bei den äusseren Emissionen gebe es hingegen kaum Fortschritte. Die EU habe die Lärmgrenzwerte seit 1995 nicht angepasst. Das sagen die Organisatoren der Aktion «Tag gegen Lärm», der am Mittwoch stattfindet.

Ein weiterer Irrtum zum Strassenlärm betreffe das Elektroauto. Gemäss den Organisationen schaffe dies keine Abhilfe. Dieses sei nur langsam fahrend leise, bei höheren Geschwindigkeiten dominierten die Rollgeräusche und damit seien diese Fahrzeuge gleich laut wie herkömmliche.

Lärm macht krank

Gute Fenster und Schutzwände können nur ein Ersatz sein, denn sie ändern nichts an den Lärmquellen. Am schlimmsten ist die Situation in Städten, wo jede dritte Person von Lärm betroffen ist.

An Strassenlärm könne sich der Mensch auch nicht gewöhnen, denn störende Geräusche versetzten den Menschen immer in Alarmzustand. Und weil körperliche Reaktionen unbewusst ablaufen, wird nicht nur krank, wer sich am Lärm stört, sagt die Kommission für Lärmbekämpfung. Weil die Bevölkerung in der Schweiz wächst und der Verkehr zunimmt, dürften in Zukunft noch mehr Personen unter Lärm leiden.

In Zukunft direkt bei der Quelle ansetzen

Gemäss Urs Walker vom Bundesamt für Umwelt sind Lärmschutzwände zwar eine gute, aber nicht die einzige Möglichkeit, um Strassenlärm zu bekämpfen. «In der Vergangenheit hat man sehr viel in Lärmschutzwände investiert. In Zukunft sehen wir die Massnahmen eher direkt bei der Quelle, wie beispielsweise leisere Autoreifen.» Dass die Reifen zur Lärmreduktion beitragen, sehen die Organisatoren des Lärmtages als weiteren Irrtum.

Strassenbeläge und Tempo-30-Zonen

Die Lärmbelastung werde an vielen Orten nicht nachlassen und weiterhin über dem gesetzlichen Grenzwert liegen. Die steigende Urbanisierung und die zunehmenden Ansprüche beim Individualverkehr auf der Strasse erforderten auch in Zukunft Anstrengungen.

Blick auf eine Autobahn aus einem Zimmer.
Legende: In Schweizer Städten ist jede dritte Person grossen Lärmemissionen ausgesetzt. Keystone

Besonders grosse Hoffnungen setzt der Bund in leisere Strassenbeläge. Aber sie sind noch teurer als herkömmliche Beläge und werden deshalb nicht überall eingesetzt. Auch Tempo 30 statt 50 verringere den Lärm. Das Problem: Viele Autofahrer wehren sich gegen tiefere Tempovorgaben. Am meisten Erfolg verspricht sich Urs Walker davon, wenn verschiedene Massnahmen zusammen getroffen würden.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von C. Huber, Solothurn
    Hier verhält es sich wohl ähnlich wie mit dem Klimawandel: Es ist ausschliesslich ein Problem des individuel-mobilen Mittelstandes. Bei dem gibt es schliesslich noch etwas zu holen. Ich wohne sehr zentral und werde hauptsächlich durch einen rauschenden Bach, Kirchglocken, die Eisenbahn und den Flugverkehr mit Lärm belästigt.
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  • Kommentar von W. Pip, Züri
    Immer mehr Verkehr durch immer mehr Leute. Und jetzt noch blöd tun? Dann setzt Euch gefälligst dafür ein, dass die Agglomerationen nicht mehr wachsen und dass es nicht immer mehr Leute gibt. Scheinbar reicht die MEI nicht, ünterstützt konsequenterweise gefälligst Ecopop. Alles andere ist völlig lächerlich!
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  • Kommentar von Hans Spycher, Niederwangen
    Autolärm oder "alles Böse kommt vom Auto". Wenn bei mir ein Auto vorbeifährt, so höre ich das oft zuerst am Radiolärm (= Soundmaschine), der den Motorenlärm weit übertönt!
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