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Günstigere Fahrprüfungen Neues Verfahren für Junglenker

Das Ziel: Neulenkern mehr Praxis geben, bevor sie den Ausweis auf Probe erhalten. Auch sonst sind Änderungen geplant.

Legende: Video Die Fahrausbildung erhält ein Makeover abspielen. Laufzeit 02:46 Minuten.
Aus 10vor10 vom 28.04.2017.

Worum geht es? Die Auto-Fahrausbildung soll verbessert, aber administrativ vereinfacht und auch günstiger werden.

Das sind die Vorschläge des Bundesrats:

  • Der Lernfahrausweis soll bereits ab 17 Jahren erhältlich sein.
  • Wer weniger als 25 Jahre alt ist, soll nur dann zur praktischen Prüfung zugelassen werden, wenn er mindestens zwölf Monate lang einen Lernfahrausweis hatte und in dieser Zeit auch Fahrpraxis gesammelt hat.
  • Der dreijährige Führerausweis auf Probe wird weitergeführt, allerdings muss nur noch ein Weiterbildungskurs absolviert werden. Heute sind es deren zwei. Dieser eine Weiterbildungskurs muss während der Probezeit in den ersten sechs Monaten nach der Prüfung besucht werden.

Weshalb die Neuerungen? Die heutige Zweiphasenausbildung, die seit 2005 existiert, sei inhaltlich und administrativ verbesserungsfähig, so das Bundesamt für Strassen, Astra. Sie sei teilweise kompliziert und werde auch als zu teuer empfunden. Im Hinblick auf das Unfallgeschehen habe sie die gewünschte Wirkung bisher nicht vollständig erzielt. Bestrebungen, das Alter für den Lernfahrausweis von heute 18 Jahren zu senken, gibt es seit Jahren. Der Bund signalisierte stets Offenheit gegenüber dem Plan. Neulenker hätten so mehr Praxis, bevor sie den Fahrausweis auf Probe erhalten, so die Argumentation.

Zu den Vorschlägen gibt es auch Kritik: «Die Fahrlehrer haben die Erfahrung gemacht, dass Jugendliche übermütig sind und in ihrem jugendlichen Alter sicher noch nicht so reif sind, wie wenn sie ein Jahr später fahren», sagt Raphael Huguenin vom Schweizerischen Fahrlehrer-Verband SFV. Denn tatsächlich könnten Junglenker künftig schon ab ihrem 18. Geburtstag allein Auto fahren, falls sie bereits zum 17. Geburtstag den Lernfahrausweis beantragen. Dadurch könnten pro Jahr bis zu 40'000 Junglenker schon mit 17 Jahren am Steuer sitzen, gibt die Unfallstelle für Unfallverhütung bfu zu bedenken.

Die Vorschläge gehen nun in die Vernehmlassung. Bis Oktober können sich interessierte Kreise dazu äussern. Erst danach wird entschieden, ob die Vorschläge umgesetzt werden.

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Staatlich organisierte Förderung der Autofahrschulen. Selbstverständlich aus dem Hause Leuthard: Nichts wird besser, dafür aber umso teurer. Nein echt jetzt, man tut hier so, als ob man bislang nicht Autofahren lernen konnte..... Wir sind annodazumal mit 10 auf dem Traktor gesessen, mit 14 in den USA die Autoprüfung gemacht und mit 18 den "grossen Töff". Und bis heute unfallfrei gefahren....
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  • Kommentar von Sebastian Köhler (Tekk)
    Warum hier wieder gleich von rasen geredet wird verstehe ich mal wieder nicht. Gebt den jungen doch eine chance... Mir ist schon oft aufgefallen das die jungen autofahrer um einiges anständiger fahren als ich z.b. Die "raser" sind einzelfälle und nicht mehr...deswegen braucht man den jungen nicht das leben unötig schwer machen. Lieber mal die fahruntüchtigen rentner aus dem verkehr ziehen. Bin froh das ich nicht heute die fahrprüfung machen muss, bei den ganzen schickanen und preisen.
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  • Kommentar von Matthias Sterchi (CNG58)
    Erfahrung kommt von Erfahren im wörtlichen Sinn. Grundsätzlich stimmt die Überlegung dass Neulenker mehr Praxis haben sollten bevor sie alleine fahren. Wer und wie wird dann kontrolliert ob sie in diesem Jahr wirklich und wie viel gefahren sind? Wie viele Eltern sind bereit mit Ihren Kindern dann auch so viel fahren zu gehen. Braucht dann wohl wieder ein neues Amt zum kontrollieren Die Bfu hat mal eine Km-Leistung von ca. 3'000 genannt, damit ein Neulenker eine genügende Erfahrung mitbringt....
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