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Schweiz Nicht grün ins Grüne: Viele Regenjacken enthalten Giftstoffe

Die Models der Outdoor-Bekleidungshersteller lächeln von Plakaten, die einen träumen lassen. Wandern in unberührter Natur. Die Hersteller geben sich naturverbunden. Doch wer sich mit einer Regenjacke in die Natur aufmacht, trägt meist Gift am Körper. Gift, dass die Natur nicht abbauen kann.

Legende: Audio Nicht grün ins Grüne: Viele Regenjacken enthalten Giftstoffe abspielen. Laufzeit 04:55 Minuten.
04:55 min, aus Espresso vom 11.11.2016.

Drei Buchstaben sind es, die Umweltorganisationen ein Dorn im Auge sind: PFC. Es handelt sich dabei um die Stoffgruppe der per- und polyfluorierten Chemikalien. Die chemischen Verbindungen werden überall dort eingesetzt, wo Wasser, Schmutz und Fette abgewehrt werden sollen, so zum Beispiel auch bei den meisten Regenschirmen, Outdoorjacken und Bergschuhen.

«PFC können Krebs verursachen»

Das Problem: PFC können bei Regen oder Schnee von einer Jacke abgetragen werden. Die Natur kann die Stoffe nur sehr schlecht abbauen. Teilweise überleben sie jahrzehntelang und können so in das Grundwasser und dann in unser Trinkwasser geraten. Laut der Umweltorganisation Greenpeace haben PFC eine gesundheitsschädigende Wirkung. Sie könnten im schlimmsten Fall sogar zu Krebs führen.

Die Umweltorganisation versucht deshalb seit einigen Jahren, die Outdoorbranche wach zu rütteln. Doch bis jetzt harzt es. Das Problem seien etwa die verzweigten Produktionsprozesse im Ausland, die die Kontrolle erschwerten, sagt Philipp Ryf von Greenpeace gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1. Teilweise sei es für die Marken schwierig, aus den Verträgen mit den Produktionsfirmen auszusteigen, zumindest ohne finanziellen Schaden.

Branche bewegt sich langsam

Es gibt erst wenige Hersteller, die nur noch PFC-freie Kleidung in ihrem Sortiment haben. Das sind etwa die Firma Rotauf, Rukka oder Vaude. Bei grossen Marken wie Mammut, Jack Wolfskin oder North Face sind erst Teile des Sortiments PFC-frei. Bei der Schweizer Hersteller Mammut zum Beispiel 70 Prozent, bei der Jack Wolfskin sind es 75 Prozent.

Man wolle den PFC-freien Anteil bis 2020 weiter steigern und langfristig PFC-frei werden, schreiben die Hersteller Anfrage oder auf ihren Webseiten. Ausser beim Hightech-Sortiment: Bei Kleidung und Bergschuhen, die extremen Wetterverhältnissen ausgesetzt seien, könne man ohne diese Chemikalien die Qualität nicht gewährleisten, schreibt etwa Mammut. Die Branche macht also zwar etwas, oder sagt dies zumindest, aber es geht eben nur langsam vorwärts.

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