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Kahlschlag bei den Poststellen «Nicht sehr zukunftsgerichtete Strategie»

Wenn die Post Filialen schliessen will, geht im Land die Post ab. Speziell Gewerkschaften kritisieren den Plan.

Legende: Video Rasanter Poststellen-Abbau abspielen. Laufzeit 1:50 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.06.2017.
  • Als die Post im Oktober angekündigt hat, in den nächsten Jahren rund 600 Filialen zu schliessen, wurde Kritik laut: Randregionen würden vernachlässigt, Stellen abgebaut.
  • Heute hat die Post ihre Strategie verteidigt: Sie komme um die Sparmassnahme nicht herum. Rund 460 Poststellen würden derzeit unter die Lupe genommen, schreibt sie.
  • Die Post kündigte aber auch an, 765 Poststellen bis im Jahr 2020 erhalten zu wollen.

Die Pläne der Post, ihr Filialnetz massiv zu verkleinern, sorgt für Diskussionen. Das Unternehmen sagt, es habe auf Kritik aus den Regionen reagiert. Daniel Münger, Vertreter der Gewerkschaft Syndicom, ist dennoch unzufrieden. Er sieht aber auch Versäumnisse auf Seiten der Kantone und ihrer Vertreter in Bern.

Post nicht alleine schuld am Kahlschlag

«Die Post ist nicht alleine schuld am Kahlschlag», sagt Münger, «sondern auch die Politik». Seiner Ansicht nach hätten es die Parlamentarier in der Hand, den Schliessungen ein Ende zu setzen. «Ganz einfach mit einer Gesetzesänderung.»

Bis zu 1200 Stellen stehen auf dem Spiel. Postchefin Susanne Ruoff beteuert zwar, die Post werde sich um ihre Angestellten kümmern. Münger erwartet aber mehr – eine Anstellungsgarantie. «Die Post ist ein genug grosser Konzern mit genügend Möglichkeiten, den Transformationsprozess, sprich die Digitalisierung, von der sie immer spricht, mit ihren Mitarbeitern zusammen zu bewältigen.»

Service public nicht aus den Augen verlieren

Einige Dienstleistungen der Post sind nicht mehr gleich gefragt. Dass darauf reagiert werden müsse, streitet Münger nicht ab. «Mehr Innovation und eine bessere Strategie, und es sähe sofort anders aus», ist der Gewerkschafter überzeugt.

Und er kritisiert: «Wenn die Leitung von Poststellen und Verkauf sagt, es sei nicht absehbar, was nach 2020 passiere, dann weist dies auf eine nicht sehr zukunftsgerichtete Strategie hin.» Mehr Innovation, das heisst für Münger: «Sich der Digitalisierung anzupassen, aber auch das Land, die volkswirtschaftliche Bedeutung und den Service public nicht zu vergessen.»

24 Kommentare

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  • Kommentar von Roland Gadient (Roland Gadient)
    Das geht wohl mit dem Aus und Enzahlungen, es kann ja schon sein dass es für Millionäre nicht geht dann sollen die per Taxi zu nächsten Grosspoststelle fahren, vielleicht übernimmt die Post die Taxikosten für die armen Reichen. Für die Normalsterblichen reicht diese Finance Dienstleistung wenn sie wie gesagt ein wenig optimiert wird. Es gibt halt schon Leute die finden immer ein Haar in der Suppe, sind nie zufrieden, brauchen die, die Postdienstleistung so wie vor 20 Jahre, würde nein sagen.
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  • Kommentar von Walter Mathys (wmathy)
    Die Zukunft wird es zeigen: Der Mensch muss zuerst den Kopf an der Wand einschlagen um dann zu merken, dass er sich selber abschafft. Stellen sie sich vor, die Menschen hätten keine Beschäftigung mehr. Katastrophe..... Es braucht ihn nicht mehr. Also nicht die Poststellen abschaffen, andere Arbeitsplätze etc. sondern die Gewinnsucht weniger Gnomen auf dieser Welt plaffonieren. Kapitaltransfers besteuern!
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  • Kommentar von Martin Steffen (/\o/\)
    Gewaltige Kosten für teils utopische ICT-Projekte und bei der Digitalisierung im Allgemeinen (Evaluierung, Entwicklung, Anschaffung, Inbetriebnahme, Unterhalt, Optimierung, Aktualisierung, Migration, Sicherheit und für Ablösung/Neukauf von Hard- und Software, Rechenzenter-Betrieb usw.) beschleunigen zumindest den Poststellenabbau stark! Und nein, längst nicht alle Kunden wollen' s digital! Mir bspw. sind Menschen mit einer sinnvollen Beschäftigung mit existenzsicherndem Einkommen viel wichtiger!
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