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Numerus Clausus für Mediziner Note «genügend» für Zulassungstest

Eine Untersuchung zeigt: Der Test ist trotz Kritik brauchbar, Verbesserungen wären aber möglich.

Legende: Audio Note «genügend» für Numerus Clausus abspielen.
1:01 min, aus HeuteMorgen vom 12.06.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Numerus Clausus, der Eignungstest für die Zulassung zum Medizinstudium, ist umstritten.
  • Eine Untersuchung gibt den Kritikern nun teilweise recht: Der Test sei «brauchbar», aber verbesserungswürdig.
  • Diskutiert wird, ob der Test allenfalls mit Kurzinterviews oder der Diskussion von Fallbeispielen ergänzt werden soll. Diese Ergänzungen würden allerdings Millionen kosten.

Ganz überzeugt vom Numerus Clausus ist auch Gerd Folkers nicht. Folkers ist Präsident des Schweizerischen Wissenschafts- und Innovationsrats, der den Test untersucht hat. Dabei habe sich die Frage gestellt, worauf man die Studienanwärter eigentlich testen wolle:

Es ist vielleicht nicht die ideale Form, aber die beste, die wir im Moment haben. Wir denken, dass es um die Beurteilung von Studierfähigkeit geht und nicht um eine Aussage, wer in 30 Jahren eine gute Ärztin oder ein guter Arzt wird.
Autor: Gerd FolkersPräsident des Schweizerischen Wissenschafts- und Innovationsrates

Damit bezieht sich Gerd Folkers auf die Kritik am Eignungstest. Dieser sei lediglich auf Wissen, auf kognitive Fähigkeiten fokussiert, argumentieren die Gegner des Numerus Clausus.

Kein geeigneter Test für angehende Hausärzte

Das bemängelt auch Marc Müller vom Schweizerischen Hausärzteverband. Seit der Einführung des Numerus Clausus gebe es immer gleich wenig Studierende, die Hausarzt oder Hausärztin würden, obwohl es in der Schweiz zu wenig Hausärzte habe:

Typisch hausärztliche Qualitäten wie die Kombination von Intellekt und Empathie, werden gar nicht abgefragt und entsprechend auch nicht gefördert.
Autor: Marc MüllerSchweizerischer Hausärzteverband

Entsprechend ist Müller auch enttäuscht, dass der Eignungstest als Zutrittsbeschränkung fürs Medizinstudium bleibt.

Kurzinterviews und Fallbeispiele sind teuer

Aber auch der Schweizerische Wissenschafts- und Innovationsrat sieht Verbesserungspotential. So will man laut Folkers prüfen, ob Kurzinterviews mit den Kandidaten geführt werden sollen. Eine andere Möglichkeit wäre, dass die Kandidaten Fallbeispiele diskutieren müssten. Diese beiden Ideen werden laut Folkers als mögliche Ergänzung zum aktuellen Eignungstest diskutiert.

Diese Vorschläge dürften es aber schwierig haben, vor allem weil sie teuer sind: Laut Schätzungen des Schweizerischen Wissenschafts- und Innovationsrats dürften diese Ergänzungen vier bis fünf Millionen Franken zusätzlich kosten.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Ärzteschaft, Pflegefach-und Betreuungspersonal, TherapeutenInnen - in sämtlichen Bereichen von Medizin bis Psychiatrie - haben es mit "Lebewesen - Menschen" zu tun, welche aus "Körper, Geist und Seele" bestehen und nicht aus irgendeiner Krankheit, einer Verletzung, einem Geschwür,....! Das wird viel zuwenig in den Ausbildungen beachtet! Deshalb ist ein EIGNUNGSTEST für diese Berufe im Bereich: Persönlichkeit, Charakter, Empathie, Umgangsformen absolut notwendig!!
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Ich erwarte vom Arzt keine Empathie. Ich erwarte Sachlichkeit und knallhartes Fachwissen, dass er mich beraten kann, was ich tun oder lassen soll/muss. Empathie würde nur bewirken, dass er seine Beratung auf die persönliche Ebene hebt. Dafür ist das Pflegepersonal oder mein privates Umfeld da. Wenn der Test hingegen nicht "der Beste" ist, werden mit seiner Hilfe sicherlich nicht "die Besten" ausgewählt. Attribut, in dem sich CH gerne wehnt. Nun ja. Kein Wunder, sprechen immer mehr Ärzte HochDE.
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Man braucht m.E. Empathie, um die Aussagen von Patienten richtig einordnen zu können. Dieselbe Aussage zweier unterschiedlicher Patienten haben unterschiedliche Ursachen und geben unterschiedliche Schweregrade wider. Das Erkennen psychosomatischer Zusammenhänge braucht ebenso Empathie. Worte können viele Medikamente überflüssig machen. All das gehört bereits auf die Ebene des Arztes und nicht des Pflegepersonals allein.
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  • Kommentar von guenther wuesten (g.wuesten)
    Der Test testet die Studierfähigkeit nicht die berufliche Eignung? Das Medizinstudium ist eines der teuersten. Ein guter Student ohne Praxistauglichkeit, ist eine Fehlinvestition. Volkswirtschaftlich von Nachteil und in der Behandlung unbrauchbar. Und das soll das Beste sein was sie haben?
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