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Der Streit um die Masken
Aus Puls vom 20.04.2020.
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Öffentlicher Druck wächst Die Front der Maskengegner bröckelt

Nützt Maskentragen in der Öffentlichkeit gegen die Verbreitung des Coronavirus? Der aktuelle Stand der Diskussion.

Maske ja oder nein? Die Frage polarisiert, doch das Pendel schlägt immer deutlicher aus in Richtung Maskentragen in der Öffentlichkeit, beim Einkaufen oder im ÖV.

In Österreich gilt Maskenpflicht, in einer wachsenden Zahl Deutscher Bundesländer ebenfalls. Auch das angesehene Robert Koch Institut und das US-amerikanische Center for Disease Control and Prevention CDC haben ihre Empfehlungen angepasst.

Entsprechend einsam steht im Moment die Schweizer Regierung da, die weder das generelle Tragen von Masken empfiehlt, noch eine Maskentragepflicht aussprechen will.

Dass die wissenschaftliche Grundlage fürs Maskentragen in der symptomlosen Allgemeinbevölkerung dünn ist, sagen nur noch wenige Wissenschaftler. Der klinische Epidemiologie Peter Jüni tat es vor drei Wochen bei «Puls» umso nachdrücklicher.

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Schutzmasken für alle – Überfällig oder überflüssig?
Aus Puls vom 30.03.2020.
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«Die Leute sind auf der Suche nach Sicherheit. Die bietet ihnen die Maske scheinbar – und es wäre ja auch bequem, wenn das funktionieren würde, oder? Bloss tut es das so nicht. Es funktioniert nicht!» Für seine unverblümten Aussagen wurde er heftig angefeindet, aber an der wissenschaftlichen Ausgangslage, Link öffnet in einem neuen Fenster hat sich für ihn seither nichts verändert.

Ein vielbeachteter Artikel, Link öffnet in einem neuen Fenster im «British Medical Journal» hält nun bei der Interpretation der Studienlage dagegen. Neonatologe Manuel Schmid vom Universitätsspital Zürich hat den Artikel mitverfasst. Zwar gebe es keine Evidenz, dass das Tragen von Masken Erkrankungen mit Covid-19 verhindere, «aber die gibt es auch für viele andere Massnahmen nicht, die aktuell propagiert werden.»

Schmid schlägt vor, dass wir es deshalb wie mit dem Händewaschen halten. «Da wissen wir auch nicht genau, wie viel es hilft. Die Wahrscheinlichkeit, dass es schadet, ist aber extrem gering. Also let’s do it!»

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«Beim Händewaschen weiss man auch nicht genau, wie viel es gegen eine Erkrankung mit Covid-19 hilft.»
Aus Puls vom 20.04.2020.
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Die neuste Übersicht zu den Masken, Link öffnet in einem neuen Fenster hat der Epidemiologe Tom Jefferson von der University of Oxford veröffentlicht. Der langjährige Kenner der Frage zieht darin noch einen anderen Schluss aus der unsicheren wissenschaftlichen Datenlage: «Die einen schwören auf die Maske als Lösung für alles, die anderen sagen, sie schütze nicht gut. Wir sagen weder das eine noch das andere. Wir sagen: Wir können bis jetzt einfach keine guten Belege finden. Also lasst uns herausfinden, ob die Masken wirken. Jetzt ist die beste Zeit für grossangelegte Studien, um eine Antwort zu erhalten.»

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«Wir können keine guten Belege finden. Also lasst uns herausfinden, ob Masken nutzen.»
Aus Puls vom 20.04.2020.
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Manuel Schmid findet diesen Ansatz unterstützenswert. Bloss: Was tun, bis die Ergebnisse einer solchen Studie vorliegen? Masken empfehlen oder nicht? «Meiner Auffassung nach können wir es uns nicht leisten, auf die Studienergebnisse zu warten, um eine Maskenempfehlung auszusprechen.»

Also Bahn frei für Masken in der Allgemeinheit zum Schutz der anderen? Kritiker Peter Jüni hat den Widerstand aufgegeben. «Wir haben im Moment eigentlich besseres zu tun, als diese Diskussion zu führen. Zum Beispiel herauszufinden, welche Medikamente nützen und welche nicht.»

Puls, 20.04.2020, 21:05 Uhr

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77 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Vogel  (vogelschweiz)
    Auch wenn die Verfasser das Gegenteil suggerieren wollen, sagt der Artikel doch einfach nur eines: Peter Jüni hat recht. Es gibt keinerlei Beweise, dass allgemeines Maskentragen in der Öffentlichkeit einen realen Nutzen bringt. Keiner der Experten hier sagt etwas anderes. Aber es wird trotzdem eingeführt, weil der politische Druck zu gross ist. Und darum nimmt man auch in Kauf, dass das Gegenteil bewirkt wird.
  • Kommentar von Ernst Kuhn  (ernkuhn)
    Die verlinkten Studien befassen sich nur mit Maskentragen in der Öffentlichkeit, nicht im Gesundheitsbereich. Es wird auch ausgesagt, dass keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Maskentypen zu erkennen sind, alle keinen klaren Effekt haben.
  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Masken sind kontraproduktiv und können sogar schädlich sein. Maskentragen sollte den Berufen, die sie professionell nutzen überlassen werden. Wo sind die ParlamentarierInnen, die sich dagegen aussprechen und Stellung nehmen, dass auf Kosten der SteuerzahlerInnen und der Öekosspäre sich Labore und ´Schutzmaterialhersteller' gesund stossen, derweil die Wirtschaft im Sturzflug sich befindet und das Ganze ohne wissenschaftlichen Nachweis...
    1. Antwort von Lothar Drack  (samSok)
      Es ist «in der Tat» (um Alain Bersets Bonmot aufzugreifen) erschreckend, auf welch emotionaler Basis Entscheide angesteuert werden, die einer rationalere Grundlage bedürften. Mir scheint das vergleichbar schlicht mit «Geschmackssache», oder etwas dramatischer ausgedrückt wie ein «Religionskrieg».