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Schweiz Onlinesucht – die Schattenseite der digitalen Revolution

Sie können nicht mehr ohne: In der Schweiz sind über 70'000 Menschen onlinesüchtig. Immer mehr Personen lassen sich wegen ihrem Onlinekonsum therapieren. Die «Rundschau» zeigt, wie Onlinesüchtige versuchen, von der digitalen Droge wegzukommen.

Legende: Video Onlinesucht: Gespräch mit Isabel Willemse abspielen. Laufzeit 03:24 Minuten.
Aus News-Clip vom 27.05.2015.

Reden, einkaufen, töten, lieben: Die virtuelle Welt ist grenzenlos – und verführerisch. Handy, Tablet, Computer sind längst Teil unseres Alltags und für viele, insbesondere junge Menschen, unverzichtbar geworden. So hat die Revolution der Kommunikations- und Informationstechnologie auch neue Probleme geschaffen: Die Onlinesucht.

«Onlinesucht ist keine Charakterschwäche, die man einfach ablegen kann», sagt Renanto Poespodihardjo, Leiter der Ambulanz für Verhaltenssüchte in Basel. Sein jüngster Patient ist 13 Jahre alt.

Onlinesucht sei eine Erkrankung des Gehirns, vergleichbar mit Alkohol- oder Heroinsucht. Zwar gilt exzessiver Internetkonsum noch nicht als offizielle Krankheitsdiagnose, doch Fachleute schätzen die Zahl Süchtiger hierzulande auf rund 1 Prozent.

Dabei zählt weniger die Nutzungsdauer als wie das Internet genutzt wird. Bestimmt der Onlinekonsum die Tagesstruktur oder ist Surfen, Chatten, Gamen in den Alltag integriert?

Auch in seiner weniger dramatischen Ausprägung wirft der Konsum von Neuen Medien heute Fragen auf, insbesondere bei der Erziehung. Welche Regeln sollen gelten? Wann eingreifen? «Viele Eltern haben wenig Ahnung, was die Kinder in der virtuellen Welt treiben», sagt Poespodihardjo. Umso wichtiger sei es, dabei zu sein, nachzufragen, sich die virtuellen Welten erklären lassen.

Der Bund behandelt Onlinesucht nicht prioritär, er setzt vor allem auf Prävention und den Ausbau bestehender Behandlungsangebote für Süchtige.

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