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Schweiz Pädophilie-Fall von Sirnach: Haupttäter wird nicht verwahrt

Es ist der schlimmste Fall von Pädophilie in der Schweiz: Ein 35-Jähriger misshandelte seinen siebenjährigen Sohn, stellte die Bilder der Taten ins Internet und verkaufte das Kind an pädophile Freier. Er muss 13 Jahre ins Gefängnis.

Ein 35-jähriger Deutscher muss 13 Jahre ins Gefängnis und sich einer ambulanten Behandlung unterziehen. Das Gericht verzichtet darauf, ihn zu verwahren. Für ihn hatte die Staatsanwaltschaft eine Strafe von zehneinhalb Jahren gefordert.

Ein 42-jähriger Schweizer erhielt eine Freiheitsstrafe von neuneinhalb Jahren – zwei Jahre mehr, als die Anklage gefordert hatte. Für ihn forderte der Staatsanwaltschaft auch eine stationäre Massnahme, die sogenannt kleine Verwahrung. Davon sah das Gericht ab.

Seit fünf Jahren im Gefängnis

Die beiden Angeklagten sitzen seit fast fünf Jahren im vorzeitigen Strafvollzug. Die Männer waren 2008 bei einer internationalen Polizeiaktion gegen Pädophile und Kinderpornografie im Internet aufgeflogen.

Was hatte sich 2007 abgespielt? Der Hauptangeklagte missbraucht ab 2007 regelmässig seinen 6-jährigen Buben. Der Alleinerziehende dokumentiert den Missbrauch mit perversen Bildern, stellt sie ins Internet, tauscht die Bilder mit anderen Pädosexuellen aus. Pikant: Er ist mit dem HI-Virus infiziert.

K.O.-Tropfen für die Buben

Bald danach trifft er sich er sich mit dem Mitangeklagten – auch er missbraucht seinen damals 7-jährigen Sohn. Die Väter treffen sich mit ihren Buben, missbrauchen sie. Manchmal betäuben die Väter ihre Kinder mit K.O-Tropfen.

Beide Männer missbrauchen zur gleichen Zeit weitere Kinder. Auch diese Taten dokumentieren sie, stellen sie ins Internet.

Täter ist reuig

Beim Prozess bedauerte der Hauptangeklagte die Taten zutiefst. Er selbst habe in der Haft seine Übergriffe niedergeschrieben, beim späteren Lesen sei es ihm schlecht geworden.

Er selbst wurde in seiner Jugend Opfer von Gewalt. Zwei psychologische Gutachten attestieren ihm aber keine pädophile Neigungen, allerdings eine generelle sexuelle Verwahrlosung.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert, Bern
    Ersttäter, die bereits die Wiederholung begangen haben gegenüber ihrem Erstdelikt, prinzipiell nicht zu verwahren, wirkt mehr als seltsam. Es braucht - juristisch korrekt - die Wiederholung nach der Verurteilung und ersten Strafe. Doch keinE DichterIn hat je die Realität so frei interpretiert wie die JuristenInnen.
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  • Kommentar von Sebi Treichler, Zürich
    Im Sendungsbeitrag zum Artikel kommt der Staatsanwalt zu Wort. Er erklärt, dass man die beiden nicht verwahren könne, da es sich um Ersttäter handle. Wie absurd ist das? Klar, in ein paar Jahren kommen sie frei, vergehen sich wieder an Kindern und dann kann man sie ja immer noch verwahren, ist ja dann noch früh genug... crazy crazy...
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  • Kommentar von Resi Weber, Lausanne
    Man stört sich jetzt über die milden Strafen der Täter. Die Folgen könnten noch schlimmer werden. Wenn die Jungs in Frust bleiben, ihr Leid nicht anerkennt wird und sie die schrecklichen Misstaten (finde kein passendes Wort) nicht aufarbeiten können, könnte sich in ihrem Leben der Kreis schliessen, indem sie selbst später Untaten begehen werden. Dann kommt der Psychiater und findet eine Entschuldigung für ihre Erlebnisse in der Kindheit. Das Rad dreht sich so weiter...
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