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Schweiz Parlament laut Umfrage für Frühfranzösisch

In Thurgau wird das Frühfranzösisch abgeschafft. Sollte sich dieser Trend anderswo fortsetzen, müsste der Bund eingreifen. Dieser Meinung ist eine Mehrheit der Parlamentarier in Bern, wie eine Umfrage von «10vor10» und dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) zeigt.

Legende: Video Streit um das Frühfranzösisch abspielen. Laufzeit 03:39 Minuten.
Aus 10vor10 vom 06.10.2014.

Im Kanton Thurgau gibt es voraussichtlich ab 2017 kein Französisch mehr in der Primarschule. In Nidwalden empfiehlt die Regierung, eine Initiative anzunehmen, die das Frühfranzösisch abschaffen will. Und in Schaffhausen verlangt ein Postulat, in der Primarschule nur noch eine Fremdsprache zu lehren.

Diese Beschlüsse stossen in der Romandie auf wenig Verständnis – aber nicht nur dort. Auch die National- und Ständeräte sind der Meinung, dass der Französischunterricht in der Primarschule bleiben sollte: Wie eine Umfrage von RTS und «10vor10» zeigt, sind 62 Prozent der berfragten Parlamentarier der Meinung, dass der Bund eingreifen sollte, falls weitere Kantone das Frühfranzösisch streichen wollen (siehe Grafik). Demgegenüber wollen 35 Prozent wollen keine Einmischung des Bundes. Das geht aus den Antworten hervor, die 167 von 246 Parlamentarier gegeben haben.

Innenminister Alain Berset hat schon diesen Frühling klar gemacht, dass der Bundesrat bereit sei, die Bildungshoheit der Kantone zu beschneiden, falls Beispiele wie in Thurgau, Schaffhausen und Nidwalden Schule machen würden.

Legende: Video Streitgespräch Res Schmid und José Ribeaud abspielen. Laufzeit 07:33 Minuten.
Aus 10vor10 vom 06.10.2014.

Föderalismus hochhalten

Im Streitgespräch in der Sendung «10vor10» sagte Res Schmid, SVP-Erziehungsdirektor des Kantons Nidwalden, dass die Schweiz dank dem Föderalismus erfolgreich geworden ist, und das gelte auch für die Bildung.

Dieser Innerschweizer Sprachentscheid sei kein Sololauf. «Alle Französisch-Stunden sind in die 7. bis 9. Klasse verschoben worden. Dazu kommt ein Pflichtaustausch ins Welschland.»

José Ribeaud, Publizist entgegnet, dass die Deutschschweiz und die Nidwaldner Regierung nicht nachgedacht hätten, wie respektlos das in der Westschweiz ankommt. «Man soll mit einer Landessprache anfangen und dann kommt sowieso Englisch. Mit Englisch zuerst hat man keine Motivation mehr für eine andere Landessprache.»

Schmid widerspricht, denn die Ursache des Wechsels liege im Entscheid des Kantons Zürich, der vor 13 Jahren als erster Kanton Englisch als erste Fremdsprache eingeführt habe. «Die Ost- und Zentralschweiz musste dem folgen.» Man wolle in Nidwalden keine Insel in der Zentralschweiz bleiben.

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43 Kommentare

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  • Kommentar von Ruth Zahnd, Orange, VA USA
    Die Sprachen sollten weiterhin bleiben. Wie immer französisch-deutsch und später englisch. Wie oft habe ich schon helfen können weil ich etliche Sprachen lernte. Die Kinder lernen Sprachen viel besser und schneller als Erwachsene. Ich bin stolz auf meine Sprachen so sind meine Kinder, USA Bürger aber sie sprechen deutsch und können sich in französisch gut verstehen. Sprechen, lesen und schreiben.
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  • Kommentar von J. Gerber, Muri
    Unser Land klappt nur so gut, weil der Röstigraben zwar existiert, aber nicht so schlimm, wie es manche meinen. Das Frühfranzösisch bzw. Frühdeutsch (ab der 3. Klasse) sollte beibehalten werden, alles andere ist ein Affront gegenüber dem anderen Landesteil. Hoffentlich sieht das das Parlament, wenn es dann mal darauf ankommt, auch so. Englisch reicht für die 7./8. Klasse.
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  • Kommentar von Katharina Müller, 8400 Winterthur
    Warum werden so oft Kommentare erst dann veröffentlicht, wenn man sie mehrere male eingegeben hat? Auch dann, wenn die Netiquette beachtet wurde!
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    1. Antwort von Redaktion SRF News Online
      Guten Tag Frau Müller, dem ist nicht so. Wir erhalten in kurzer Zeit sehr viele Kommentare und wir bemühen uns, diese möglichst schnell freizuschalten. Wir bitten Sie um etwas Geduld. Den selben Kommentar mehrmals zu posten wirkt der Schnelligkeit eher entgegen – da die erhöhte Anzahl Kommentare die Freischaltung nur verzögert. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
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