Pionier des Verkehrshauses gestorben

Alfred Waldis hat das Verkehrshaus in Luzern gegründet und war dessen Direktor. Nun ist er 93-jährig gestorben. Damit verliert die Schweiz einen Visionär.

Alfred Waldis vor einer Kutsche in Luzern, wo er 2005 zum Ehrenbürger ausgezeichnet wurde. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Verkehr war seine Leidenschaft: Alfred Waldis wurde 2005 zum Ehrenbürger Luzerns ausgezeichnet. Keystone

Ein Schweizer Pionier ist tot: Alfred Waldis, der Gründer und erste Direktor des Verkehrshauses in Luzern. Waldis starb 93-jährig am Mittwoch in Luzern, wie das Verkehrshaus am Donnerstag mitteilte.

Waldis war von 1957 bis 1990 für das Verkehrshaus tätig. Zunächst war er Direktor, dann Delegierter für Ausbau und Spezialfragen und schliesslich Präsident des Verkehrs- und Kommunikationsmuseums.

Alfred Waldis wurde 1919 in Luzern geboren. 1937 zog es ihn zur SBB. Dort war er zuerst Stationslehrling. Später wechselte er in die Kreisdirektion Luzern. Dort wurde er Anfang 1957 als Direktor zum Aufbau des geplanten Verkehrshauses berufen.

Pläne für IMAX-Filmtheater initiiert

Das Museum wurde am 1. Juli 1959 eröffnet. Es war bereits im ersten Betriebsjahr das meistbesuchte Museum der Schweiz. Waldis trug seinen Teil dazu bei. So initiierte er das erste Planetarium der Schweiz. Danach trieb er den weiteren Ausbau etwa mit einer Raumfahrthalle, dem Hans Erni Museum und einem 360-Grad-Kino voran. 1996 wurde das IMAX-Filmtheater eröffnet, dessen Planung Waldis als Präsident 1984 eingeleitet hatte.

Als Visionär und Macher habe er den Aufbau und die Entwicklung des Verkehrshauses massgeblich geprägt, heisst es in der Würdigung des Verkehrshauses. Als Präsident schweizerischer und internationaler Museumsverbände habe er zu einem hohen Bekanntheitsgrad des Verkehrshauses beigetragen.

Waldis blieb auch nach seinem Einsatz dem Verkehrshaus eng verbunden. Martin Bütikofer, der jetzige Direktor des Verkehrshauses, sagt gegenüber SRF: «Er war eine ausserordentliche Person, die nicht nur für etwas gearbeitet, sondern es gelebt hat – mit Leib und Seele».

Gedenkfeier im Verkehrshaus

Waldis wurde für seine Tätigkeit mehrfach ausgezeichnet. Darunter ist etwa ein Spezialpreis des Europarates 1980. Zuletzt erhielt er 2007 den Tourismus-Award vom Tourismus Forum Luzern.

Waldis war Bürger und Ehrenbürger der Stadt Luzern. Er war verheiratet und hinterlässt drei Kinder.

Die öffentliche Gedenkfeier findet im Verkehrshaus am 26. Juli 2013 um 15 Uhr statt. Ab Freitag liegt im Empfangsbereich des Verkehrshauses ein öffentliches Kondolenzbuch auf. Die Beisetzung findet gemäss Mitteilung im Familienkreis statt.