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«Herr Bundesrat, haben Sie gut geschlafen?»
Aus Tagesschau am Vorabend vom 21.04.2021.
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Pläne des Bundesrats Privilegien für Geimpfte? Das sagt die SRF-Community

Dank Impfung zurück zur Normalität? Die SRF-Community diskutiert angeregt über mögliche Privilegien von Geimpften.

Mit der Präsentation des Drei-Phasen-Modells und dem Voranschreiten der Einführung des Impfzertifikats flammen die Diskussionen in der SRF-Community rund um eine indirekte Impfpflicht erneut auf. Im Interview mit SRF stellt Bundesrat Alain Berset klar, dass es keine Impfpflicht gibt. Man gebe der Bevölkerung lediglich die Möglichkeit, sich für oder gegen eine Impfung und ein Impfzertifikat zu entscheiden, verpflichtet sei niemand.

Personen, welche über ein Impfzertifikat verfügen, sollen im Gegensatz zu nicht geimpften Personen ab der zweiten Phase von selektiven Zugängen profitieren. Personen mit gültigem Covid-Zertifikat sollen zudem in der dritten Phase nicht von Massnahmen betroffen sein.

Das Covid-Zertifikat des Bundes

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Der Bund will bis zum Sommer ein einheitliches, fälschungssicheres und international anerkanntes Covid-Zertifikat entwickeln. Das gab er am 22. April bekannt. Es seien zwei technische Varianten im Gespräch, heisst es in einer Mitteilung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), Link öffnet in einem neuen Fenster. Bis Mitte Mai wolle man sich für eine der beiden Varianten entscheiden.

Das Zertifikat sollen alle geimpften, genesenen oder zeitnah negativ getesteten Personen erhalten können. Die Daten sollen nur auf diesem Zertifikat bei der betroffenen Person gespeichert werden. Das Zertifikat wird es sowohl auf dem Smartphone als auch in Papierform geben. Gültig wird es nur zusammen mit einem Pass oder einer Identitätskarte sein.

Das Covid-Zertifikat soll für die Ein- und Ausreise in andere Länder verwendet werden können und mit internationalen Lösungen kompatibel sein. Mit dem Zertifikat soll es gemäss Bundesrat Alain Berset zudem weitere Privilegien für Getestete, Geimpfte und Genesene geben.

Mit der Impfung schneller zurück in den Alltag

Wenn es um Impfprivilegien geht, lassen sich drei Meinungsrichtungen erkennen. Für Befürworter Paul Mongre ist klar: Eine geimpfte Person soll nicht aus Gründen der Fairness weiter im gleichen Mass von den Schutzmassnahmen betroffen sein.

Auch SRF-Userin Barbara Cubisino befürwortet solche Privilegien, schliesslich käme man schneller zurück zur Normalität, wenn sich möglichst viele Personen impfen lassen. Somit sei es mehr als logisch, dass diese Personen auch von dieser Normalität profitieren können.

Wer sich nicht impfen lassen will (was ich respektiere), kann nicht erwarten, dass deswegen auch für alle anderen die Schutzmassnahmen aufrechterhalten werden müssen.
Autor: Bernhard MeileSRF-User

Zweiklassengesellschaft durch Impfung?

Die Kritiker der Impfprivilegien lassen sich grob in zwei Denkrichtungen unterteilen. Die einen lehnen Impfprivilegien grundsätzlich ab, die anderen nur dann, wenn noch nicht alle die Möglichkeit einer Impfung hatten.

Tobias Haas gehört zur zweiten Gruppe und argumentiert, dass gerade die junge Bevölkerung noch länger auf Impfprivilegien warten müsse als die bereits geimpfte, ältere Generation. Das sei unfair, da gerade die junge Generation sehr unter den ergriffenen Massnahmen leiden müsse. SRF-User David Peier fügt an, dass gerade die Risikogruppe dieses Verhalten der jüngeren Generationen wertschätzen sollte.

Solange eine Impfung nicht für alle verfügbar ist, darf es keine Privilegien für Geimpfte geben.
Autor: Tobias HaasSRF-User

Weiter gibt es Personen, welche sich generell gegen Impfprivilegien stellen. So beispielsweise SRF-User Rolf Huber: Seiner Meinung nach werden Ungeimpfte aus dem Alltagsleben ausgeschlossen, der Zugang zu sozialen Aktivitäten wird erschwert. Auch Ursula Stöckli ist über die Akzeptanz einer möglichen Zweiklassengesellschaft irritiert.

Wir entwickeln uns zu Zweiklassengesellschaft: Geimpft und ungeimpft.
Autor: Christine Währen-WürthSRF-Userin Facebook

Was halten Sie von Impfprivilegien? Sollen diese ab der Impfung zugänglich sein oder erst, wenn alle die Möglichkeit dazu hatten? Lehnen Sie Impfprivilegien ab? Teilen Sie Ihre Meinung mit uns in den Kommentaren.

Können geimpfte Personen das Virus übertragen?

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Immer mehr Untersuchungen zeigen, dass die Impfstoffe nicht nur gegen eine Covid-19-Erkrankung schützen, sondern dass bei Geimpften auch viel weniger symptomlose Ansteckungen auftreten.

In einer Studie aus den USA etwa wurde Gesundheitspersonal, das mit den Impfstoffen von Pfizer/Biontech oder Moderna geimpft wurde, 13 Wochen lang begleitet. Es zeigte sich, dass Menschen nach zwei Impfdosen 90 Prozent weniger mit dem Virus angesteckt wurden. Andere Studien haben gezeigt, dass die wenigen Geimpften, die angesteckt werden, deutlich weniger Viren im Nasenrachenraum aufweisen und darum vermutlich weniger ansteckend sind. So kann man zum Schluss kommen, dass doppelt Geimpfte kaum mehr ansteckend sein sollten.

SRF 1, Sondersendung, 21. April 2021, 15:00 Uhr; srf/tscm/bern

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204 Kommentare

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  • Kommentar von Pirmin Schläpfer  (Gwunderer)
    Konzerte für Geimpfte? Viel Spass dann noch! Für mich wird es zu einer Frage des Prinzips, bei diesem Verhältnis-Irrsinn (es ist mehr als Blödsinn) nicht mitzumachen. Sein Ziel besteht ganz sicher auch darin, die Impfung besser an die jungen Menschen zu bringen - sei es, dass man es wirklich für nötig und verhältnismässig hält, sei es, dass man die Shots loswerden muss. Die Jugend zu Handlungen bringen, die ihre körperliche Integrität betreffen, und die sie nicht aus freien Stücken tun - bravo!
    1. Antwort von Alfred B. Vallotton  (Vallo)
      Leider kann ich ihrer Aussage keine Logik erkennen - aber wir auch immer: informieren Sie sich doch über die Lage im Irak, Iran und Brasilien. Das sind teils auch Impfgegner, teils haben sie nicht die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Möchten sie wirklich solche Zustände in Kauf nehmen? Wenn ja, dann erklären Sie doch bitte, wie Ihre persönliche Integrität durch eine immer noch freiwillige Impfung verletzt wird.
  • Kommentar von Martin Vischer  (Martin Vischer)
    Die aktuelle Debatte um Impfprivilegien zeigt auf erschreckende Weise, dass die sog. Coronaskeptiker von Anfang an den Braten gerochen und vor genau diesen Zwängen immer gewarnt hatten. Und was sagte die Masse damals dazu? „Niemals. Panikmache. Völlig unrealistisch.“
    Wer‘s nicht glaubt holt die alten Zeitungen hervor oder versucht sich ehrlich zu erinnern.
    1. Antwort von Conny Hasler  (conhas)
      also im Moment ist noch nichts definitiv entschieden;darum verstehe ich nicht,wieso sich gewisse Leute so echauffierern
  • Kommentar von Bernhard Haeuser  (Bernie H)
    Wenn sich alle Impfen lassen können, dann braucht es doch die Massnahmen nicht mehr, denn wer sich nicht impfen lassen will, hat sich für das Risiko entschieden.
    1. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      B. Haeuser Jeder der eine Impfung möchte entscheidet selber über seinen Körper, genauso ist es bei denjenigen die sich nicht Impfen lassen möchten. Leider ist das Leben nie Risikofrei, auch wenn man noch so daran glaubt, alles unter Kontrolle zu haben, um sich zu schützen. Viele gehen Risiken ein, beim Sport, Autorennen, Eishockey, wie auch bei Schirennen (Abfahrten), wie viele Verletzte gab es da schon. Einige Fordern in sportlicher Hinsicht doch oft so ein Risiko heraus.