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Gefälschte Medikamente – Risiko bei der Bestellung inbegriffen
Aus Puls vom 28.10.2019.
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Potenzpillen aus dem Internet «Russisches Roulette» für den Besteller

  • Jahr für Jahr gelangen geschätzte 20'000 illegale Arzneimittelsendungen in die Schweiz.
  • Spitzenreiter sind Potenzmittel, wo ausländische Online-Anbieter mit günstigen Nachahmerprodukten locken.
  • Swissmedic warnt: In der Hälfte dieser Potenzmittel steckt nicht drin, was auf der Packung steht.

Briefzentrum Zürich-Mülligen: Täglich laufen hier rund 130'000 Brief- und Paketsendungen aus aller Welt durch. Darunter auch illegal importierte Medikamente.

Vormittags wird die Ware aus Fernost verarbeitet – hauptsächlich Billigware aus Online-Shops. Beim Ortstermin des Gesundheitsmagazins «Puls» steht auch Thomas Reiser am Förderband. Er ist Mitarbeiter der Eidgenössischen Zollverwaltung. Seine Aufgabe: Aus der Flut von Briefen und Paketen jene mit illegalen Medikamenten herausfischen.

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«Mal hören, ob der Inhalt wirklich stimmen kann.» Zollfachmann Thomas Reiser sagt, worauf er am Paketband achtet.
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Dabei helfen ihm Erfahrung und Intuition: Die Verpackung spielt oft eine Rolle, dann auch die Deklaration. Manchmal weckt der Absender Interesse, mal der Importeur – und manchmal lohnt es sich, ein Paket etwas zu schütteln und hinzuhören, ob der Inhalt tatsächlich dem Deklarierten entsprechen kann.

Nicht jede Stichprobe bringt einen Treffer, aber die Quote ist beachtlich. Nach zwei Tagen ist eine Wagenladung mit Medikamenten zusammengekommen, die genauer unter die Lupe genommen werden.

Unbekannte und verdächtige Arzneimittel werden für weitere Abklärungen an Swissmedic, die Schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel, geschickt.

Ob die Dosierung stimmt oder der richtige Wirkstoff drin ist, ist diesen Leuten egal. Denen geht es nur ums Geld.
Autor: Massimiliano Conti

Dort wollte man es kürzlich genauer wissen und hat 200 Sendungen herausgepickt. Die Analyse sollte zeigen, was in den Medikamenten genau drin ist.

Fazit: Die Hälfte der untersuchten Stichproben war mangelhaft. Entweder waren die Pillen und Gels über- oder unterdosiert, oder es wurden sogar andere Wirkstoffe festgestellt.

Für den Swissmedic-Laborleiter nicht überraschend.

«Diese Produkte werden irgendwo in einem Keller produziert», ist Laborleiter Massimiliano Conti überzeugt. «Ob die Dosierung stimmt oder der richtige Wirkstoff drin ist, ist diesen Leuten egal. Denen geht es nur ums Geld.»

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Massimilano Conti, Swissmedic-Laborleiter: «Die beanstandeten Produkte wurden alle unter höchst fragwürdigen Bedingungen produziert.»
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Geldmache auf Kosten der Besteller. Ruth Mosimann, bei Swissmedic verantwortlich für die Kontrolle illegaler Arzneimittel, staunt über die Sorglosigkeit, mit der sich viele Schweizer Potenzmittel illegal aus dem Ausland beschaffen: «Das ist wie russisches Roulette. Es kann schon sein, dass man ein einwandfreies Produkt erwischt – aber bei der Hälfte ist das nicht der Fall.»

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Ruth Mosimann, Leiterin Kontrolle illegale Arzneimittel, warnt: «Die Hälfte dieser Medikamente ist schlecht. Das ist wie russisches Roulette.»
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12 Prozent der analysierten Potenzmittel waren massiv überdosiert – eine Tablette enthielt sogar das Sechzehnfache der empfohlenen Tagesdosis. Was einzig die Nebenwirkungen verstärkt und einem nebst der ersehnten Erektion einen unverhofften Kreislaufkollaps, Herzrhythmusstörungen oder gar einen Herzinfarkt bescheren kann.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Bernhard Meyer  (Bernhard Meyer)
    In vielen Ländern der Welt können Medikamente ohne Rezept gekauft werden. Wäre es in der Schweiz auch möglich, würden viele Leute auf einen Kauf bei einem On lein Händler verzichten.
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  • Kommentar von Bruno Bär  (Wahrheitssucher)
    Wären die Medis in der Schweiz billiger, wäre das Problem auch kleiner. Denn anderen Geldgier vorzuwerfen ist dann schon ziemlich komisch als ob es den hiesigen Pharmas nicht auch ums Geld gehen würde mit diesen horrenden Preisen!
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  • Kommentar von Kurt E. Müller  (KEM)
    Das Problem sind halt die völlig überrissenen Kosten für Medikamente in der Schweiz. Dazu muss man meist auch noch einen mehr oder weniger peinlichen Arztbesuch hinter sich bringen, wegen der unsäglichen Rezeptpflicht - auch wenn man genau weiss, was man braucht. Wenn einem der Arzt dann auch noch eine Blutuntersuchung aufschwatzt, kostet die Übung schnell ein paar Hunderter für ein paar Pillen, die im Internet oder im Ausland für wenige Franken rezeptfrei zu haben sind.
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Die meisten Leute wissen durchaus nicht, was sie brauchen. Wenn ich lese dass z.B. Potenzmittel der grosse Renner in diesem Markt sind, dann sind die Zweifel angebracht. bekanntlich beginnt die überwiegende Zahl der Potenzstörungen zwischen den Ohren.
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    2. Antwort von Konrad Pfister  (Konrad Pfister)
      @br Diese Medikamente werden ja meistens gar nicht gegen Impotenz angewendet, sondern als sogenannte Lifestyle Produkte, um potenter zu sein... „brauchen“ist also ohnehin sehr relativ.
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