Prävention setzt auf Unterschiede zwischen Mädchen und Buben

Die Organisation «Sucht Schweiz» geht bei ihrer neusten Präventionskampagne für Jugendliche auf Geschlechter-Unterschiede ein. Denn Suchtverhalten hängt mit der Geschlechterrolle zusammen, ist die Organisation überzeugt. Aber auch beim Konsumverhalten von Alkohol und Drogen zeigen sich Unterschiede.

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Geschlechterspezifische Anti-Sucht-Kampagne

1:36 min, aus Tagesschau am Mittag vom 12.9.2016

«Sucht Schweiz» will laut eigenen Angaben mit der Lancierung von fünf Videos, Unterrichtsmaterialien und Aktivitäten für 13- bis 16-Jährige «eine Lücke in der geschlechterspezifischen Suchtprävention» schliessen.

Auch wenn nicht alle Mädchen und Knaben gleich seien, müssten Geschlechtsunterschiede in der Prävention besser berücksichtigt werden.

Die fünf Filme greifen jugendspezifische Themen auf.

Bei den Jungen geht es um:

  • Gruppendruck
  • die Frage, was ein «richtiger Mann» ist

Bei den Mädchen geht es um:

  • das medial vermittelte Körperideal
  • die Frage nicht zu genügen

Ein weiterer Film richtet sich an beide Geschlechter und soll Jugendlichen dabei helfen, belastende Situationen und Stress zu meistern. Die Filme regten dazu an, «Geschlechterstereotypen kritisch zu hinterfragen».

Klare Unterscheide beim Konsum von Alkohol

Die Mehrheit der Jugendlichen in der Schweiz trinkt keinen Alkohol oder hat nur vereinzelte Erfahrungen damit. Dennoch: Trinken Jugendliche Alkohol, unterscheiden sie sich in ihrem Konsumverhalten.

  • Mädchen berichten häufiger als Jungen, dass sie Alkohol trinken, um Probleme zu vergessen, ihre Stimmung aufzuheitern
  • Jungen konsumieren öfters Alkohol und in höheren Dosen als Mädchen
  • Jungen probieren eher illegale Drogen aus als Mädchen

Für «Sucht Schweiz» ist es deshalb wichtig, die Prävention früh anzusetzen – «bevor sich Konsumgewohnheiten verfestigen».

Entwickelt wurden die Unterrichtsmaterialien mit Jugendlichen und Fachleuten. Das Projekt wurde durch das Nationale Programm Alkohol finanziell unterstützt.