Prozess gegen Varone erst im Februar

Der Prozess gegen den Walliser Polizeikommandanten Christian Varone im türkischen Antalya ist nochmals verschoben worde. Neuer Termin ist Mitte Februar. Für Varone kommt dies angesichts seiner politischen Ambitionen ungelegen.

Am Dienstag hätte in der Türkei der Prozess gegen den Walliser Polizeikommandanten Varone fortgesetzt werden sollen. Doch nach fünf Minuten verschob das Strafgericht in Antalya die Verhandlung auf den 14. Februar 2013. Das Gericht beantragt einen weiteren Bericht.

FDP-Mitglieder gratulieren Varone im September 2012 zur Portierung als Kandidat für die Regierungsratswahl 2013. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Anfang September wurde Varone von der Walliser FDP als Kandidat für den Regierungsrat nominiert. Keystone

Darin sollen die beiden Expertengutachten zum in Varones Gepäck gefundenen Stein beurteilt werden. Zurzeit würden dem Gericht zwei Gutachten vorliegen, deren Schlussfolgerungen diametral entgegengesetzt seien, sagte Varones Schweizer Anwalt Philippe Loretan.

Gutachten widersprechen sich

So wird im vierzeiligen Gutachten des Kunsthistorikers der Stein als archäologisch wertvoll bezeichnet. Der Archäologieexperte hingegen komme in seinem vierseitigen Gutachten zum Schluss, dass es sich um einen gewöhnlichen Stein handle, der keinen archäologischen Wert habe, sagte Loretan weiter.

Der Prozess wurde schon kurz nach der Eröffnung am 25. September vertagt, weil damals die Verteidigung den Bericht des Kunsthistorikers angefochten und eine Expertise eines Archäologen verlangt hatte, die nun – wie erwähnt – vorliegt.

Politische Karriere Varones in Frage gestellt

Unklar ist, wie es mit den Ambitionen Varones auf einen Sitz in der Walliser Regierung weitergeht. Anfang September wurde Varone noch als offizieller FDP-Kandidat für den Regierungsrat nominiert. Er soll den zurücktretenden Regierungsrat Claude Roch ersetzen. Ob Varone für den Wahlgang im März 2013 Kandidat bleibt, ist nun fraglich. Die Walliser FDP will rasch über das weitere Vorgehen beraten.

Am 10. November hatte die Walliser Regierung einem Gesuch Varones entsprochen, vom 23. November an bis nach den Wahlen im März 2013 das Amt als Polizeikommandant ruhen zu lassen. Offiziell begründete Varone seinen Antrag mit dem grossen Zeitaufwand, der mit dem Wahlkampf verbunden sei. Gegenüber «Schweiz Aktuell» bestätigte Varones direkte Vorgesetzte, Regierungsrätin Esther Waeber-Kalbermatten, dass die Auszeit auch mit dem Prozess in der Türkei zu tun hat.

Stein im Feriengepäck

Varone war am 27. Juli in Antalya festgenommen worden, als er mit seiner Familie nach Türkei-Ferien die Heimreise antreten wollte. Flughafenbeamte hatten in seinem Gepäck einen Stein gefunden, der in der Folge von den Behörden als wertvolles antikes Säulenfragment eingeschtuft wurde. Die Ausfuhr solcher Gegenstände ist verboten.

Nach einigen Tagen Untersuchungshaft kam Varone ohne Auflagen frei und konnte in die Schweiz zurückkehren. Bei einer Verurteilung drohen ihm schlimmstenfalls bis zu zwölf Jahre Haft, die er allerdings nicht antreten muss, wenn er sich von der Türkei fernhält. Er nimmt deshalb auch nicht an der Verhandlung teil.