Rettungsarbeiten nach Höhlendrama im Berner Oberland beendet

Über 50 Rettungskräfte haben ihre Bergungsarbeit bei der Senkloch-Höhle auf dem Gemeindegebiet Haberkern (BE) abgeschlossen. Zuvor war im Höhleninnern eine 30jährige Forscherin in den Tod gestürzt.

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Tödlicher Sturz in Höhle

1:57 min, aus Schweiz aktuell vom 3.1.2013

Der Grosseinsatz ist beendet: Über 50 Personen waren seit Silvesterabend an einer Rettungsaktion beim Senkloch im Berner Oberland beteiligt. Gemäss Einsatzleiter Rolf Siegenthaler gab es keine Zwischenfälle.

Eine verunfallte Wissenschaftlerin wurde am Mittwochabend tot aus einer Höhle geborgen.

Bei den meisten Helfern handelte es sich um speziell ausgebildete Höhlenretter der Speleo-Secours Suisse. Im Einsatz standen zudem die Alpine Rettung Schweiz, Mitarbeitende der Kantonspolizei Bern, das Care Team des Kantons Bern sowie zwei Helikopter. Privatpersonen unterstützten die Bergungskräfte vor Ort.

Bei Rückkehr zum Biwak abgestürzt

Das Unglück hatte sich am Sonntag ereignet. Am Tag zuvor war eine erfahrene Höhlenforscherin mit einem Begleiter in die Senkloch-Höhle unterhalb der Siebenhengste eingestiegen. Die beiden wollten eine dreitägige Tour durch das lange und anforderungsreiche Höhlensystem unternehmen.

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Mehr zur Höhlenrettung heute in «Schweiz aktuell» um 19.00 Uhr auf SRF 1.

Schliesslich erreichten sie am Sonntag ihren Zielort etwa 1,4 Kilometer tief im Höhleninnern. Bei der Rückkehr zum ebenfalls im Höhleninnern aufgeschlagenen Biwak stürzte die Frau um etwa 21 Uhr bei einer Seilquerung rund 40 Meter tief einen Schlot hinunter. Sie schlug auf einem Zwischenboden auf.

Ihr 37jähriger Begleiter konnte sie nach mehreren Stunden über Umwege erreichen. Er fand ihren Körper ohne Lebenszeichen. Schliesslich stieg er am Montag allein aus der Höhle aus und löste Alarm aus.

Noch an Silvester liefen unter der Leitung der Höhlenretter von Speleo-Secours Suisse die Bergungsarbeiten an. Diese gestalteten sich nicht zuletzt wegen der Entfernung des Unfallorts vom Höhleneingang schwierig. Nach Polizeiangaben mussten Spezialfunkgeräte installiert werden.

Zudem erweiterten Spezialisten Schmalstellen, durch die eine Bahre nicht gepasst hätte. Der Schacht auf dem Weg zum Ausstieg musste überdies gesichert werden. Für die Bergung wurden Flaschenzüge angebracht.