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Schweiz Rolf Bloch ist gestorben

Der frühere Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG) ist gestorben. Er wurde 84 Jahre alt. Bloch war prägende Figur während der Kontroverse um die nachrichtenlosen Vermögen in der Schweiz. Der derzeitige SIG-Präsident erinnert sich im SRF-Gespräch an den Verstorbenen.

SIG-Generalsekretär Jonathan Kreutner bestätigte gegenüber SRF News den Tod von Rolf Bloch.

Rolf Bloch war prägende Figur bei der Kontroverse um die nachrichtenlose Vermögen in der Schweiz. 1970 übernahm er von seinem Vater die Leitung des Familienunternehmens «Camille Bloch». Er führte den Betrieb bis ins Jahr 1997. Der promovierte Jurist setzte sich jahrelang für den christlich-jüdischen Dialog ein.

Der aktuelle SIG-Präsident Herbert Winter äussert sich im Gespräch mit SRF News über den Hinschied des früheren Präsidenten.

Porträtbild
Legende: Herbert Winter, Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds (SIG): Keystone

SRF News: Herr Winter, der Verstorbene hat sich immer wieder als «Schweizer Jude» bezeichnet. Was war schweizerisch und was war jüdisch an Rolf Bloch?

Herbert Winter: Rolf Bloch war durch und durch Berner und somit durch und durch Schweizer. Er lebte und wirkte in der Mitte der Schweiz und stand immer mit beiden Füssen auf dem Boden dieses Landes. Die Zugehörigkeit zur jüdischen Religionsgemeinschaft und sein Einsatz für sie haben ihn tief geprägt.

Sie haben den Verstorbenen gut gekannt. Was zeichnete ihn aus?

Wenn ich an Rolf Bloch denke, dann fallen mir vor allem seine Herzlichkeit, seine Wärme, sein feiner Humor und seine ausserordentliche Gabe zum Zuhören ein.

Was hinterlässt der Verstorbene?

Legende: Video «Kopf des Jahres» (Tagesschau vom 31.12.1997) abspielen. Laufzeit 02:00 Minuten.
Aus News-Clip vom 27.05.2015.

Mit seinen Gaben hat Rolf Bloch sowohl für die jüdische Gemeinschaft, als auch für die Schweizer Gesellschaft ganz allgemein viel erreicht. Mir wird er in Erinnerung bleiben als jemanden, der sich stets für seine Werte, insbesondere für Gerechtigkeit eingesetzt und dabei den Ausgleich zwischen Konfliktparteien angestrebt hat.

Unvergessen bleibt seine Aussage bei den Debatten um die nachrichtenlosen Konten von Holocaust-Opfern: «Gerechtigkeit für die Opfer, Fairness für die Schweiz».

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