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Schweiz Rüstungsprogramm 2015: Drohnen und Mercedes-Jeeps

Keine Gripen, dafür aber eine grosse Mercedes-Flotte, Aufklärungsdrohnen und neue Simulatoren für das Sturmgewehr 90. Damit will der Bundesrat vor allem das bestehende Militärmaterial erneuern. Das Parlament wird über dieses 542 Millionen-Vorhaben abstimmen müssen.

Die Rüstungsvorhaben sollen dazu dienen, altes Material zu ersetzen. Der Bundesrat erachtet dessen Weiterverwendung als nicht mehr vertretbar. Bei den drei neu zu erwerbenden Rüstungsgütern handelt es sich um Weiterentwicklungen vorhandenen Armeematerials. Dies sind:

  • Schiesssimulatoren für das Sturmgewehr 90
  • 879 neue Mercedes-Fahrzeuge
  • Aufklärungsdrohnensystem 15

Schiesssimulator für das Sturmgewehr 90

Das VBS will 500 Sets zu je 10 Schiesssimulatoren kaufen. Für den 1993 beschafften Schiesssimulator könnten keine Ersatzteile mehr beschafft werden, hält das VBS fest. Die Beschaffung für die neuen Simulatoren belaufen sich auf 21 Millionen Franken. Darin enthalten sind – nebst den Schiesssimulatoren – Zubehör und Logistikelemente.

879 neue Fahrzeuge der Marke Mercedes

Der grösste Posten (271 Millionen Franken) umfasst 879 geländegängige Fahrzeuge des Mercedes-Modells G 300 CDI 4x4 mit Kastenaufbau. 200 Exemplare sollen mit Fachsystemen bestückt werden.

Aufklärungsdrohnensystem 15

Die Beschaffung umfasst sechs Drohnen inklusive Bodenkomponenten, Simulator und Logistik. Das neue System ersetzt das 20 Jahre alte Aufklärungsdrohnensystem 95. Die Kosten belaufen sich auf 250 Millionen Franken.

Etwas Gutes erhält man nirgends gratis
Autor: Ueli MaurerBundesrat

Die sechs Drohnen werden im Parlament wahrscheinlich noch für Gesprächsstoff sorgen. Auf die Frage hin, die Schweiz gönne sich ein Luxusprodukt, antwortete Bundesrat Ueli Maurer in einem SRF-Interview, dass es sich bei der Drohne um das günstigste Produkt gehandelt habe. 40 Millionen Franken pro Drohne seien viel, so der Bundesrat, aber: «Etwas Gutes erhält man nirgends gratis.»

Auch dass die Drohnen aus israelischer Produktion stammen, ficht Ueli Maurer nicht an. «Wir sind verpflichtet, mit dem Steuerfranken das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis vorzuschlagen. Die israelischen Drohnen entsprechen diesen Anforderungen. Und: Später werde die Drohnen von Schweizer Unternehmen gewartet.»

500 Jobs für 5 Jahre

Das VBS geht davon aus, dass infolge der Rüstungsvergaben durchschnittlich 500 Personen während fünf Jahren beschäftigt werden können.

Neuer Rüstungschef

Martin Sonderegger lächelt in die Kamera. Hinter ihm hängt die Schweizer Fahne.
Legende: KEY

Martin Sonderegger wird ab 1. März neuer Rüstungschef der Schweizer Armee. Der 56-Jährige ist seit 2009 stellvertretender Rüstungschef.

13 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Wieser, St. Augustine, Florida USA
    Nichts gegen diese Israel Drohne aber es ist schon ein bisschen komisch wenn man bedenkt dass eine "Predator" Drohne nur 4.03 und die modernere "Reaper" nur 16.9 Millionen US $ kostet. Aber politisch kommt eine Evaluation eines US Produktes wohl nicht in Frage. Das war schon beim Gripen so...........
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    1. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Lieber Walter Wieser, die US-Regierung macht erfahrungsgemäss spezielle Auflagen was den Export von Rüstungsgütern betrifft. Sie Oddysee der Venezuelanischen F-16. Aus der Sicht der US-Regierung haben diese Auflagen Sinn. Manche Kunden sehen dies anders.
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  • Kommentar von G.Steffen, Wetzikon
    Wieso sollte Ueli anfechten, dass die Drohnen aus israelischer Produktion stammen??? Und ja er hat recht. Etwas so gutes wie Israelische Produkte kriegt man niergens gratis!!! Gute Investition Ueli!
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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    Das sind sinnvolle Investitionen in unsere Verteidigungs-Arme. Schade ist dass wir für 6 Drohnen 250 Mio. ins Ausland senden. Ist die ETH und die Ruag mit den ausländischen Chefs zu doof um selber Drohnen zu bauen und Arbeitsplätze zu sichern? Senden die ausländischen Ruag Chefs das Geld lieber ins Ausland - Filz? Lieber BR, was haben Ausländer in der Chefetage der Ruag zu suchen - wacht auf! Lieber BR das ist gefährlich und sehr DUMM!
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    1. Antwort von Roman Schönbächler, 8634 Hombrechtikon
      Solch leistungsfähige Drohnen kann man nicht einfach so schnell etwickeln. Um sechs vergleichbare Drohnen in der Schweiz zu entwickeln und zu bauen müsste man sehr viel mehr Geld in die Hand nehmen, das wäre dann vermutlich teurer als die Gripen-Beschaffung. Die Hermes-Drohnen sind bereits entwickelt und im Einsatz.
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    2. Antwort von Hans Knecht, Torny
      M.Müller, ja schade dass die ETH - EPFL, Pilatus und RUAG keine eigene Drohne entwickelten. Aber alles hat seinen Grund. Der Bundesrat hatte z.B. mit dem N-20 und P-16 Entscheid klargelegt, dass man keine Risiken eingehen will und lieber alles im Ausland einkauft. Heute erhalten wir die Rechnung für diese Philosophie. Nur ein kleiner Teil der Rüstungsprogramme sind noch in der Schweiz beschäftigungswirksam. Und um ein entsprechendes Knowhow aufzubauen bräuchte es Generationen.
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    3. Antwort von Hans Knecht, Torny
      M.Müller, Teil 2. Ausländer haben bei Dassault oder SAAB keine Chance. Schweizer ticken da aber anders. Somanche Ausländer sind nun mal wortgewansdter, frecher, können sich besser verkaufen, Networking betreiben und Intrigieren. Und Schweizer sind in der Regel einfach "zu" ehrlich, zu anständig und leider auf eine Art als Chef naiv, was letztlich Intrigen Tür und Tor öffnet. Folglich werden Schweizer weniger gefördert und bleiben langfristig auf der Strecke.
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    4. Antwort von M.Müller, Zürich
      @Schönbächler und Knecht, N20 u. P16 ist bekannt und jetzt sollten wir aber wieder aufstehen. Eine hochwertige Schweizer Verteidigungs-Drohne könnte auch ein Verkaufsschlager sein und so für Wertschöpfende Arbeitsplätze sorgen. Wenn wir heute nicht anfangen, dann werden wir morgen nicht fertig sein! Wichtig: Eine Drohne sollte nicht GPS gesteuert sein sondern über ein landeseigenes GPS System am Boden verfügen. Wir wollen nicht am Stecker der USA hängen.
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