Zu wenig Investitionen SBB brauchte 131 Millionen Franken nicht

SBB-Zug, im Hintergrund das Bundeshaus. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die SBB ist bei den Investitionen in Unterhalt und Erneuerung von Netz und Anlagen gefordert. Keystone

  • Die SBB hat im vergangenen Jahr 131 Millionen Franken an Bundesmitteln nicht ausgeschöpft.
  • Das Geld war für die Investitionen in Betrieb, Unterhalt und Erneuerung von Netz und Anlagen reserviert.
  • Die 131 Millionen Franken verbleiben im Bahninfrastrukturfonds.

Die SBB bestätigte einen entsprechenden Bericht in den Zeitungen «St. Galler Tagblatt» und «Luzerner Zeitung». Insgesamt hatte der Bund der SBB 1,5 Milliarden Franken an sogenannten Investitionsmitteln zur Verfügung gestellt. Es gebe mehrere Gründe, warum die SBB 2016 weniger Bundesgelder benötigt habe, teilte sie in einer Stellungnahme mit.

Die SBB habe die Kosten gesenkt und die Effizienz gesteigert. So konnten die Leistungen günstiger erbracht werden. Die SBB hat 2016 aber noch zu wenig Substanzerhalt durchgeführt, wie dem Netzzustandsbericht 2016 der SBB zu entnehmen ist.

SBB wollte mehr Geld

Ursprünglich hatte die SBB noch mehr Investitionsmittel gefordert. Doch nach Ansicht des Bundesamtes für Verkehr (BAV) genügen die Bundesgelder. Ab diesem Jahr werde der Betriebsbeitrag des Bundes im Vergleich zu 2016 um über 100 Millionen Franken jährlich erhöht. Damit und dank der erhöhten Trassen-Einnahmen würden weitere Defizite bei der SBB-Schieneninfrastruktur vermieden.

SBB-Zug fährt an Gleisbau-Arbeitern vorbei. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die SBB ist bei den Investitionen in den Netzausbau gefordert, hier an der Durchmesserlinie beim HB Zürich. SBB

Die SBB sieht dies anders. Sie habe bei einem anderen Budgetposten für den Unterhalt gemäss Netzzustandsbericht allein 2016 rund 123 Millionen Franken rückwärts gemacht. Zum Beispiel bei den laufenden Unterhaltsarbeiten wie dem Schleifen von Schienen, dem Schmieren von Weichen oder dem Stopfen des Schotterbetts.

Seit 2013 kam dabei laut SBB ein Minus von 487 Millionen Franken zusammen. Diese auch präventiven Unterhaltsarbeiten wirkten sich «langfristig auf die Lebensdauer der Bahnanlagen und ihre Zuverlässigkeit» aus, teilte SBB-Sprecherin Masha Foursova mit.