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Schweiz SBB-Präsident Gygi: «Erfuhr aus Medien von 326 Millionen»

Die «Rundschau» deckte letzte Woche den Millionen-Streit um neue Doppelstockzüge zwischen Bombardier und SBB auf. Erstaunliches sagt SBB-Verwaltungsrats-Präsident Ulrich Gygi zur 326 Millionen-Forderung: «Ich habe aus den Medien davon erfahren.»

Legende: Video Gygi zum Millionen-Poker abspielen. Laufzeit 00:18 Minuten.
Aus News-Clip vom 29.01.2014.

59 Doppelstock-Züge rollen mit mindestens zwei Jahren Verspätung an. Letzte Woche berichtete die «Rundschau» aus einem vertraulichen SBB-Papier: Bombardier sieht die Schuld bei den SBB und fordert vom Staatsbetrieb satte 326 Millionen Franken.

Der neue SBB-Zug von Bombardier.
Legende: So sehen dereinst die neuen Doppelstock-Züge der SBB aus. Keystone

VR kannte nur Anzeichen für Probleme

Offenbar hat SBB-Chef Andreas Meyer den eigenen Verwaltungsrat (VR) nicht informiert über die 326 Millionen-Forderung seines wichtigsten Zuglieferanten. Verwaltungsrats-Präsident Ulrich Gygi: »Ich habe gewisse Anzeichen gehabt, das nicht alles rund läuft. Auf die Frage, ob er als Verwaltungsrats-Präsident von der 326 Millionen-Forderung wusste, sagt Ulrich Gygi Erstaunliches: «Ich habe eigentlich aus den Medien davon erfahren.»

SBB-Chef Meyer: «Kein Kommunikationsproblem»

Erstmals nimmt auch SBB-Chef Andreas Meyer zum 1,9 Milliarden-Geschäft Stellung. Meyer: «Ich habe überhaupt kein Kommunikationsproblem mit dem Verwaltungsrat. Wir reden sehr regelmässig miteinander.»

SBB-Verwaltungsrats-Präsident Ulrich Gygi sagt, er stehe hinter dem Geschäft. Jetzt gelte es, die Ärmel hoch zu krempeln, um die Bombardier-Züge auf die Schiene zu bringen. Gygi betont: Die Wahl für Bombardier habe die Konzernleitung um CEO Meyer gefällt. Für SBB-Chef Meyer ist klar: «Forderungen werden aufgebauscht. Das gehört zur Natur dieses Geschäfts.»

Verkehrspolitiker: Hoffen auf geringen Schaden

Verkehrspolitiker sind erstaunt, dass sie von der «Rundschau» über die 326 Millionen-Forderung erfahren haben. SP-Nationalrätin Evi Allemann sagt, wie teuer Bombardier die verspätete Zugslieferung kommen könnte: «Man hört von 460 Millionen Franken Strafzahlungen, die anfallen könnten. Wenn man das verrechnet, ist immerhin für die Bahnbenutzer ein Nullsummenspiel auszumachen.»

Anstehende Verhandlungen zwischen Bombardier und SBB werden zeigen, wie viel teurer die Züge tatsächlich sein werden. Die SBB sagen, der Steuerzahler müsse für allfällige Mehrkosten nicht aufkommen.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von A. Moser, Interlaken
    "Die SBB sagen, der Steuerzahler müsse für allfällige Mehrkosten nicht aufkommen." - Soso, und wer dann? Die Bahnkunden? Oder einmal mehr die Autofahrer? Für wie Dumm halten uns denn die SBB? Mehrkosten müssen immer von jemandem übernommen werden - und bei Bundesbetrieben ist es nun mal so, dass schlussendlich der Steuerzahler dafür aufkommt, wenn die Kosten nicht dem Endkunden angelastet werden können!
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  • Kommentar von Albert Planta, Chur
    Wieder eine willkommene Gelegenheit auf die SBB einzudreschen. Es gibt viele schlechtere Bahnunternehmen und wenige bessere als die SBB.
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    1. Antwort von A. Moser, Interlaken
      @Planta: Es gibt viele schlechtere Parteien als die SVP und wenige bessere als die SVP - und doch wird tagtäglich, landauf, landab auf diese Partei eingedroschen und konsequent ALLES was von dieser Partei kommt - egal ob gut oder schlecht - verschrien!! :-)
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  • Kommentar von Anton Koller, Zug
    Der Auftritt von Herr Gygi war recht peinlich. Er ist seit Jahren VRP der SBB - und ist nicht informiert bei solch wichtigen strategischen Projekten. Wenn solche nicht zeitgerecht umgesetzt werden ist Alles im Eimer. Ich war sehr erstaunt von Interviews und von Davos wie Herr Axel Weber in 2 Jahren die UBS kennt. Also nix ist unmöglich für einen guten VRP.
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