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Schweiz Schleichender Personalabbau wegen Selfscanning im Supermarkt

Wer seine Lebensmittel im Supermarkt nicht an der Kasse bezahlt, sondern selber einscannt, der gefährde keine Arbeitsplätze, sagen die Grossverteiler. «Stimmt nicht», entgegnen unabhängige Experten.

Ein Mann scannte seine Lebensemittel im Migros an einer Kasse.
Legende: Wegen Selfscanning-Automaten in Läden gebe es einen schleichenden Personalabbau, sagen Detailhandelsexperten. Keystone

Eine Migros-Filiale in Bern: Wo bis vor kurzem vier Kassen standen, gibt es noch eine. Davor eine lange Schlange. Weiter vorne gibt es dafür acht Stationen, wo man den Strichcode der gekauften Lebensmittel selber einlesen und dann mit Karte selber bezahlen kann. Das geht schneller an diesem geschäftigen Morgen.

Coop lässt die Kunden bereits in 60 Filialen selber arbeiten. Bei Migros sind es 170. Vor allem die grösseren Läden eignen sich. Der Ausbau der Selbstbezahlsysteme geht kontinuierlich weiter.

Ziel sei nicht Personaleinsparung

Aber was passiert mit den Verkäuferinnen und Verkäufern an der Kasse, wenn wir selber scannen? Droht ihnen die Entlassung? Migros und Coop beruhigen: Es gehe nicht darum, mit diesem System Personal einzusparen, sagt Migros-Sprecherin Martina Bosshard. «Die Mitarbeiter sind auch bei Subito-Systemen präsent. Denn es braucht immer eine Beratung oder Hilfe, wenn jemand mal nicht weiterkommt, etwa wenn er einen Cumulus-Bon einlösen will.»

«Stimmt nicht»

Verkäuferinnen werden zu Beraterinnen und Aufpasserinnen, denn die Verlockung, nicht alle Artikel einzulesen, ist gross. Das sei kein Personalabbau, sondern nur neue Aufgaben für das Personal. Das stimme so nicht, sagt Manfred Bruhn, Professor für Marketing und Unternehmensführung an der Uni Basel. Jeder Detailhändler wisse zu rechnen. «Er spart Personal und erhebliche Kosen ein.» Denn nur so lohne sich die Einführung der neuen Geräte.

Andere Detailhandelsexperten stützen diese Aussage. Direkte Entlassungen gebe es kaum, aber es sei ein schleichender Prozess, bei dem freiwerdende Stellen einfach nicht mehr ersetzt würden. Ein langsamer Personalabbau also. Wer persönliche Bedienung schätzt, soll sie also geniessen, solange es sie noch gibt

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116 Kommentare

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  • Kommentar von Marc solothurnmann, Studen
    Hallo, gut, mal die andere seite anschauen, die leute motzen und drängeln, wenn mal etwas länger an der kasse geht, oder nicht?? Finde es auch eine gute sache das self scanning, mann hat etwas die kosten im grif, beim einkauf.
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  • Kommentar von Tamara Funiciello, Bern
    Es ist typisch! Die Grosskonzerne machen fette Gewinne auf dem Buckel der Angestellte. Die Technologie schreitet voran und aufhalten kann mensch sie wohl nicht, aber bitte ein Teil der Gewinne auch wieder denen zukommen lassen, die jeden Tag hart dafür arbeiten! Tatsache ist aber, dass viele Menschen im Detailhandel mit Löhne weit unter 4'000.- CHF leben müssen - und Migros und Coop verbuchen Milliardengewinne. Mein Vorschlag: weniger Arbeitsstunden und mehr Lohn!Das ist Fortschritt für alle!
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Fakt ist, dass der Mensch dadurch immer abhängiger vom Strom wird. Was passiert, wenn es einen längeren Stromausfall gibt? Dann sind wir ohne Bares total aufgeschmissen. Erinnere ja ungern an Katastrophen, wo ganz Landstriche & Regionen über Tage & Wochen ohne Strom auskommen müssen. Und solche Katastrophen sind leider wie die Gegenwart uns zeigt zunehmend, doch wir machen uns trotzdem immer mehr zu Abhängigen neuer Technik.
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    1. Antwort von Sascha Stalder, Oberdiessbach
      Ob sie selber oder jemand anders an der Kasse einscannt, macht keinen Unterschied im Bezug auf die Strom Abhängigkeit.
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